Aus Sicherheitsgründen geschlossen

Brief an den Bürgermeister: Siebenjährige Zwillinge kämpfen um Spielplatz

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Enttäuschte Gesichter: Wegen der Sanierung der Spielgeräte (siehe hinten) mussten die siebenjährigen Arno (links) und Thilo Schacht ein Jahr lang an anderen Orten spielen.

Wolfhagen. Ein Jahr ist es her, seit die Zwillinge Thilo und Arno Schacht (7) zuletzt auf ihrem Lieblingsspielplatz, dem „Pfeiffen-Spielplatz“, getobt haben. „Auf einmal durften wir dort nicht mehr spielen“, sagt Arno.

Aus Sicherheitsgründen musste das Kleinod für Kinder, das sich in ruhiger Lage zwischen mehreren Häusern an der Straße Auf dem Pfeiffen befindet, von der Stadt gesperrt werden. Darüber waren die beiden Siebenjährigen sehr traurig. Deshalb haben die Erstklässler ihren ganzen Mut zusammengenommen und einen Brief an Bürgermeister Reinhard Schaake geschrieben. „Und das hat gut gepasst, denn zur nächsten Woche werden alle Arbeiten beendet sein, der Spielplatz wird wieder freigegeben“, sagt der Rathauschef.

Bürgermeister Schaake war überrascht 

„Wir haben überlegt, ob der Spielplatz für immer zu bleibt“, sagt Thilo. „Weil das wäre nicht schön.“ Aber weil auch ihre Eltern Carolin (34) und Holger (45) keine Antwort wussten, haben sich die Söhne entschlossen, einen Brief an das Stadtoberhaupt zu schreiben. Und Schaake war überrascht von den Briefen der Kinder. „Es ist selten und daher absolut lobenswert, dass Kinder ihre Wünsche an mich äußern. Man merkt, wie sehr ihnen der Spielplatz fehlt.“

Im Brief von Arno Schacht steht: „Ich würde es schön finden, wenn sie den Spielplatz wieder aufmachen könnten. Denn er ist schon seit einem Jahr gesperrt. Das finden wir nicht schön. Bitte ändern sie das! Das wäre toll.“ Zudem wurde in den Briefen geschildert, wie gerne sie den Pfeiffen-Spielplatz nutzen. Dazu sagte Thilo: „Dort gibt es tolle Sachen, die Spaß machen.“

Der Bauhof war in viele Projekte involviert, „aber jetzt bin ich froh, den Kindern eine freudige Mitteilung zu machen,“ sagt Schaake. Denn die maroden Spielgeräte wurden allesamt erneuert. Für Spielplätze gibt es hohe Sicherheitsanforderungen. Für die Sanierung habe die Stadt 5000 Euro in Material investiert. Die Personalkosten des städtischen Bauhofs beliefen sich laut Schaake auf 10 000 Euro. Aber all dies diene einem guten Zweck. Das beweisen die strahlenden Gesichter der Zwillinge, die es kaum erwarten können, nach einem Jahr endlich wieder auf ihrem Lieblingsspielplatz zu toben.

Von Nico Beck

Quelle: HNA

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