Anna Lena Nöll hat ihren ganz persönlich Stil zwischen London und der Schwalm gefunden

Zwischen damals und heute

Aus alt mach neu: Bella Noell (rechts) mit ihrer Schwester Julia. Sie sticht aus der Menge heraus und transportiert einen Stil, wie man ihn vor 60 Jahren erwartet hätte, in die heutige Zeit. Foto: privat

In die Welt zu rennen und mal mehr mal weniger verrückte Ideen verwirklichen, so lebt Anna Lena Nöll aus Ziegenhain. Die 22-Jährige studiert Schauspiel in London und arbeitet neben dem Studium als professionelle Make Up- und Haar-Stylistin.

Nach ihrem Abitur 2009 ging es für Anna Lena oder auch Bella, wie sie sich nennt, nach London. Die gigantische Hauptstadt Englands mit ihren strengen Fassaden und bunten Märkten sollte ihre Heimat für die nächsten Jahre werden. Ein Refugium um sich selbst zu entdecken und weiterzuentwickeln.

Bella Nöll fühlt sich zuhause in der Welt der 40er- und 50er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Ein Leben voller Swing, Jazz, Rock’n’Roll und Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe, Audrey Hepburn und Coco Chanel.

„Die meisten Menschen denken, Luxus sei das Gegenteil von Armut, hat Coco Chanel mal gesagt. Ich sehe das ganz anders“, so Anna Lena. Viele ihrer Kleidungsstücke seien das Ergebnis ausgedehnter Streifzüge über die Second Hand-Märkte Londons. Sie durchstöbert auch gern die Kleiderschränke ihrer Großmütter nach alten Schätzen. Klasse und Stil seien keine Frage des Geldes. Das perfekte Outfit ist für Bella schlicht, elegant und klassisch. Eine selbstbewusste Frau, die der Welt in weißer Bluse, Bleistiftrock und Pumps gegenübertritt.

Es gibt drei Personen, die Bella modisch geprägt haben. Zum einen Coco Chanel mit ihrer schlichten und klassischen Erscheinung, deren „Kleines Schwarzes“ zum Sinnbild von Eleganz und Perfektion geworden ist. Audrey Hepburn steuert noch eine verspielte Note hinzu. „Mein Lieblingsoutfit von ihr ist aus „Roman Holiday“, da ist sie super simpel und super elegant angezogen“, berichtet Anna Lena. Anregungen für Haare und Make Up bekommt sie von Marilyn Monroe und Dita von Teese. Als Stylistin hat Bella schon für das englische Theater in Frankfurt gearbeitet. Inspiration dafür findet sie an vielen Orten, ganz besonders aber in alten Schwarz-Weiß-Filmen.

Ihr Lieblingsstück ist etwas ganz einfaches, eine kleine schwarze Ledertasche. Die hat sie für fünf englische Pfund auf einem Markt in Bricklane gekauft. „Sie hat schon viele Jahre mitgemacht und ich habe sie schon oft reparieren lassen.“ Doch oft haben genau die kleinen Dinge den stärksten Charakter, findet die 22-Jährige.

Ihre Großmutter Elfriede ist Bellas große Heldin. Sie sei immer für jeden da, hilft und unterstützt völlig selbstlos. „Ich kann immer noch nicht begreifen, wie sie das alles schafft.“ Obwohl ihre Großmutter es nicht immer einfach gehabt habe sei sie zufrieden und glücklich. „Ich liebe es, ihren Geschichten zuzuhören und von ihren Weisheiten zu lernen.“

Auch im fernen London denkt Bella gern an ihre Heimat zurück: „Meine Familie hat mich so unterstützt, dass es mir möglich war, von der Schwalm aus in die Welt zu rennen. Dadurch konnte ich nie den Boden unter den Füßen verlieren, dafür bin ich vor allem meinen Eltern und meiner Schwester sehr dankbar.“

Von Kristian Knauff

Quelle: HNA

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