Auch in der Schwalm ist die Diskussion um den neuen Kraftstoff E10 lebhaft

Zwischen Tank und Teller

Viele sind skeptisch: Der Kraftstoff E10 ist erneut in die Kritik geraten, viele Autofahrer meiden ihn. Etwa Gisela Ganz aus Schwalmstadt (Foto) verzichtet gern darauf. Fotos: Knauff

Schwalmstadt. Die Diskussion um den Kraftstoff E10 mit seiner zehnprozentigen Beimischung an Biosprit wird immer lauter. Jetzt fordert auch der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch den sofortigen Verkaufsstopp. Wie sehen das die Menschen an der Zapfsäule. Wir haben uns gestern an der bft-Tankstelle am Ortseingang Treysa umgehört.

Gisela Ganz (55) hat eine klare Einstellung: „Nein, ich tanke nie E10. Mir ist das einfach zu unsicher. Am Anfang hat man gar keine Informationen bekommen und die Preise sind ja eh alle hoch, da macht das auch nicht viel aus.“ Zudem gebe es auch keine Langzeitstudien, man wisse gar nicht wie das Auto auf lange Sicht reagiere, sagte die Schwalmstädterin. Sie findet, man müsste mal Autofahrer befragen, die jahrelang E10 getankt haben. Wenn es solche Studien gäbe, würde sie auch nochmal darüber nachdenken.

Eine andere Sicht auf den Biokraftstoff hat Andreas Ströhler (44), er sagte uns: „Ich tanke regelmäßig E10. Ich habe mich beim Autohersteller erkundigt und dort wurde mir versichert, dass dies für mein Auto möglich sei, also mache ich mir da keine Sorgen.“ Der Neukirchener hat mehr Angst, dass die Preise für die anderen Kraftstoffe noch weiter ansteigen, wenn E10 verboten werden würde.

E10 ist zwar momentan günstiger als die Alternativen Kraftstoffe, doch das ist für Gisela Jäger (64) aus Wiera nicht das ausschlaggebende Argument: „Wenn der Motor vielleicht irgendwann Schaden nimmt, dann ist der etwas günstigere Preis für den Kraftstoff auch egal.“

Das sieht Dominik Scholl (25) aus Wasenberg ganz ähnlich: „Nein, ich tanke kein E10, mir ist das Risiko einfach zu hoch. Es gibt keine Langzeitstudien und die zwei Cent mehr für das normale Super sind unter diesen Voraussetzungen auch nicht so schlimm.“

Minister Rentsch sieht jedoch nicht nur die Akzeptanz hinsichtlich der Technik als ein Problem, sondern hat auch ethische Bedenken. Es gebe hier einen Konflikt zwischen Tank und Teller, ließ Rentsch gestern verlauten. Ganz ähnlich sieht das auch Petra Schmittdiel (55) aus Leimsfeld: „Also ich bin absolut gegen E10. Es wird Raps angebaut um damit Kraftstoff zu produzieren, das geht einfach nicht. Die Kinder in Afrika müssen hungern und hier verschenkt man wertvolles Ackerland und Rohstoffe.“

Auch Matthias Wirth (38) aus Treysa ist skeptisch: „Man hört einfach nichts Gutes über E10 in den Medien. Meine Freundin könnte es zwar tanken, aber sie tut das ebenfalls nicht, das ist einfach zu unsicher. Es kauft doch auch eh keiner, da kann man es doch auch einfach abschaffen, das ist zumindest meine Meinung.“

Etwas anders sieht das allerdings Gerald Schmidt (57): „Ich tanke es gelegentlich, aber ich bin mir auch nicht sicher, ob es meinem Auto nicht vielleicht doch schadet.“

Von Kristian Knauff

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare