Trio Assiano und der Oboist Peter Schröder gastierte mit Kammermusik in Lobenhausen

Zwischen Tradition und Moderne

Instrumentales Rendezvous: Das Trio Assiano spielte mit dem Oboist Peter Schröder in der Lobenhäuser Kirche. Foto: Köthe

Lobenhausen. Regen prasselte auf den Asphalt, die niedrigen Temperaturen gaben einen Vorgeschmack auf den nahenden Winter. Doch wer sich zum einem Besuch des Kammerkonzertes in der Lobenhäuser Kirche entschlossen hatte, der wurde mit wärmender Spielkunst und fröhlicher Programmatik verwöhnt.

Das Trio Assiano (Streichtrio) und Oboist Peter Schröder realisierten ein instrumentales Rendezvous zwischen Tradition und Moderne, das an diesem Abend von gegenseitigem Respekt, aber nicht von spontanen Liebeserklärungen geprägt wurde.

Mit Beethovens Serenade in D-Dur und Mozarts Oboe Quartett in F-Dur suchte man die Nähe zu Benjamin Brittens Fantasia und der Hörer im gut besuchten Altarraum stellte fest, das in der Ausführung die Epoche der Klassik den Musikern vertrauter in den Fingern ruhte als die kompositorische Innovation.

Die gezähmte, im Allegro und Scherzo fast leichtfüßig daherkommende Dramatik bei Beethoven und die Kombination aus Federball und Rotwein-Melancholie bei Mozart dokumentierte Violinistin Regina Florey mit Hingabe und Sensibilität.

Wenn auch die Saitenstimmung und marginal harte Bogeneinsätze leichte Vibrationen beim Gesamteindruck hinterließen, so glänzte die international erfolgreiche Klagenfurterin mit ausgeprägter Technik. Und auch die optische Inszenierung mit einem Traum von Abendkleid bereicherte die Atmosphäre.

Ob beim flinken Menuett, dem opernhaften Adagio oder bei gewitzten Pizzikati - Paul Wiederin (Viola) und Cornelius Schmaderer (Violoncello) meisterten alle Schwierigkeiten. Wenn auch die Hürde zur synchronisierten Leidenschaft, gerade bei Britten, nicht übersprungen wurde, so bewältigte der Oboist Peter Schröder das Programm jedoch mit Eleganz. Höhepunkt dabei war das dynamische und kontrapunktierte Wechselspiel mit Florey beim Rondeau Allegro von Mozart.

Kammermusik vom Feinsten mit bildhafter Emotionalität und technischer Brillanz. Dass die völlig hallfreie Raumakustik dieser Kirche höchste Präzision von den Musikern einfordert, muss man bei der Beurteilung eines Konzertes immer berücksichtigen.

Großer Applaus und eine etwas blasse Zugabe mit dem Adagio für englisches Horn und Streicher von Mozart beendeten einen spannenden Abend.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare