Zwölf Tagesmütter aus dem Schwalm-Eder-Kreis erhielten ihr Zertifikat

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Zuverlässige Kinderbetreuung: Diese zwölf Tagesmütter dürfen sich nun Qualifizierte Tagespflegepersonen nennen.

Homberg. Nicole Salzmann wird mit ihrer vier Monate alten Tochter Amelie, aber auch mit einer ganzen Rasselbande spielend fertig. „Fünf Kinder kann man leichter betreuen als zwei.“ Die junge Mutter aus Felsberg muss es wissen. Seit Mittwoch dürfen sich Salzmann und elf weitere Tagesmütter „Qualifizierte Tagespflegepersonen“ nennen.

Sie waren die ersten, die sich im Schwalm-Eder-Kreis nach den Richtlinien des Deutschen Jugendinstituts weiterbildeten. „Sie sind in die Geschichte des Kreises eingegangen“, lobte Landrat Frank-Martin Neupärtl, der mit Franz Drescher und Erika Koch von der Volkshochschule die Zertifikate überreichte.

Die zwölf Frauen sind seit vielen Jahren Tagesmütter, so wie Nicole Salzmann. Wie ihre Mitstreiterinnen entschied sich die Felsbergerin, freiwillig nach dem Grundkurs zur Kindertagespflege eine zusätzliche Fortbildung draufzusatteln. „Dadurch kann ich mich besser verkaufen“, sagt Salzmann. Ihre fachliche Kompetenz sei so für Eltern nachvollziehbarer. Außerdem würden die Kurse bei einer Ausbildung zur Erzieherin angerechnet.

An den Wochenenden absolvierten die zwölf Tagesmütter in 15 Fortbildungen 100 Unterrichtsstunden und schrieben eine Abschlussarbeit. Das Programm entwickelte die VHS gemeinsam mit dem Jugendamt, der Elternschule und dem Tageselternverein.

Dabei ging es auch um besondere Herausforderungen in der Kinderbetreuung. Ein Beispiel nennt Tagesmutter Sandra Kroupal, die ihre dreijährige Tochter Majona mitgebracht hatte: „Sehr schwierig ist es, wenn ein Kind in den Kindergarten wechselt, denn Pflegekinder werden schnell Teil der eigenen Familie.“ Anders als ihre Kollegin Nicole Salzmann, die für ihre Tätigkeit in ihrem Haus eine eigene Etage ausgebaut hat, betreut Kroupal vormittags drei Pflegekinder in der eigenen Wohnung.

Mit ihrer Arbeit als Tagesmutter hilft die Hombergerin nicht nur den Eltern ihrer Schützlinge. Sie kann auch selbst Familie und Beruf besser vereinbaren. Man könne nicht nur nebenbei eine Maschine Wäsche anmachen, sagt Kroupal. „Dadurch, dass ich zuhause arbeite, kann ich auch für meine eigenen Kinder leichter da sein.“

Ihr Verdienst sei allerdings kaum mehr als ein Taschengeld. „Tagesmutter ist einfach noch kein anerkannter Beruf“, bedauert Erika Koch von der VHS. „Man braucht schon viel Idealismus und Spaß am Umgang mit Kindern.“

Bis 2013 will der Bund die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren um 35 Prozent steigern. Einige der zwölf Tagesmütter fürchten, dass sie dann weniger Schützlinge finden. Diese Sorge kann Frank-Martin Neupärtl zerstreuen. „Rund ein Drittel der neuen Plätze sollen bei Tagesmüttern entstehen“, versichert er.

Quelle: HNA

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