Aufmarsch vor dem Wincklerbad

1000 Nenndorfer wollen Nazis blockieren

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Wie im August will sich Bad Nenndorf am Wochenende gegen einen Aufmarsch von Neonazis wehren.

Bad Nenndorf - Zum zweiten mal innerhalb weniger Monate rüstet sich Bad Nenndorf im Kreis Schaumburg am Sonnabend für einen Aufmarsch von Neonazis. Der zweite Aufmarsch ist offenbar eine Reaktion auf den ersten missglückten Versuch im Sommer.

1000 Nenndorfer Bürger vom Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ sowie Parteien, weitere Verbände und Kirchen wollen sich den Rechtsextremisten entgegenstellen. Eine gute Nachricht gab es am Donnerstag aus Sicht des Bündnisses: Die NPD hat ihre Kundgebung am Donnerstag ohne Gründe abgesagt, wie der Landkreis Schaumburg mitteilte.

Bleiben aber zwei Gruppen, die am Sonnabend in Bad Nenndorf aufmarschieren wollen: Mitglieder der Partei Die Rechte sowie ein sogenanntes Gedenkbündnis. Bereits seit 2006 ruft diese Organisation Rechtsextreme aus ganz Deutschland zum „Trauermarsch“ vor das Wincklerbad in Bad Nenndorf auf. Noch bis 2030 sind Versammlungen angemeldet.

Normalerweise findet der Spuk im August statt - die angekündigte Demonstration im November ist offenbar eine Reaktion auf den missglückten Aufmarsch im vergangenen Sommer. Hunderte friedliche Demonstranten verhinderten durch eine Sitzblockade den Zug der Neonazis vor das für sie symbolträchtige Wincklerbad. Dort wurden bis 1947 Wehrmachtssoldaten von den Britischen Besatzern misshandelt. Großbritannien entschuldigte sich später dafür. Dennoch versuchen Rechtsextremisten das Wincklerbad zu einem neuen rechten Wallfahrtsort zu machen.

Dagegen wehrten sich die Nenndorfer standhaft. Eine Auflage des Landkreises allerdings bereitet dem Bündnis Kopfzerbrechen. Es darf erst dann vor das Wincklerbad ziehen, wenn die Rechtsextremen sich getrollt haben - damit können die Nenndorfer nicht wie im August den Aufmarsch der Rechten verhindern. Man prüfe noch einen Eilantrag vor Gericht gegen die Auflage, erklärte am Freitag der Sprecher des Bündnisses, Jürgen Uebel. Der Landkreis ist den Nenndorfern am Freitag jedoch noch einen Schritt entgegengekommen. Die Neonazis, deren Kundgebung um 14 Uhr beginnt, müssen bereits um 16 Uhr vor dem Bad abziehen - und nicht erst um 18 Uhr, wie zunächst vorgesehen war.

Der „Zug der Erinnerung“ des Bündnisses startet bereit um 11 Uhr mit einer Auftaktkundgebung vor der evangelischen Kirche. Über Zwischenstationen geht es zum jüdischen Mahnmal und dann weiter zur jüdischen Gemeinde, wo die Abschlusskundgebung stattfindet.

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