Bestand bedroht

130.000 junge Aale sollen die Elbe bereichern

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Foto: Rund 137.000 junge Aale sollen die bedrohten Bestände in der Elbe sichern.

Bleckede - Dem Aal geht es schlecht. Die Weltnaturschutzunion IUCN sieht das auf der Roten Liste stehende Tier vom Aussterben bedroht. Niedersachsen unterstützt den Wanderfisch massiv mit millionenfachem Zuchtbesatz.

Rund 137.000 junge Aale sollen die bedrohten Bestände in der Elbe sichern. Bei Bleckede im Landkreis Lüneburg wurden am Donnerstag die ersten der im Durchschnitt nur etwa vier Gramm leichten Fische ins Wasser gesetzt. Auch an mehr als 100 anderen Orten zwischen Hamburg und Schnackenburg sollen wieder Jungtiere in die Elbe und ihre Nebenflüsse entlassen werden. Insgesamt sind es rund 550 Kilogramm. Ausgewachsen sollen die Aale in einigen Jahren wie ihre Eltern in den Atlantik abwandern, um dort zu laichen.

„Der Aalbestand ist in den vergangenen drei Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen“, erklärte Koordinator Volkmar Hinz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Trotz der stetig verbesserten Wasserqualität gilt das leider auch für die Elbe. Das ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern vor allem ein ökologischer Schaden.“ Zu den wichtigsten Ursachen gehörten neben der Fischerei und verbauten Gewässern der Klimawandel und dadurch veränderte Meeresströmungen. Auch die Turbinen von Wasserkraftwerken, eingeschleppte Parasiten und gefräßige Kormorane trügen zum Niedergang bei.

Die am Donnerstag ausgesetzten Tiere seien wie in den Jahren zuvor im Winterhalbjahr an der französischen Atlantikküste gefangen und in Aalfarmen aufgepäppelt worden, berichtete Hinz. „Seit Beginn der Aktion im Jahr 2006 haben wir bis heute mehr als 900.000 Jungaale für insgesamt rund 350 000 Euro in die Elbe gesetzt“. Die EU und Niedersachsen trügen in diesem Jahr wieder rund 60 Prozent der Kosten. Der Rest komme von Fischereiverbänden, Anglern und Gemeinden. Ähnliche Aktionen gibt es in sechs weiteren Bundesländern an der Elbe.

dpa

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