Zwei Männer in Rinteln verletzt

14-Jähriger sticht bei Drogengeschäft zu

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Foto: Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr durchkämmten noch in der Nacht den Tatort am Bahnhof in Rinteln.

Rinteln - Bei einem Streit um Drogengeschäfte hat ein 14-Jähriger in Rinteln am Montag zwei Männer schwer verletzt. Einer der beiden 22-Jährigen konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Der 14-Jährige wurde wieder freigelassen. Von der Tatwaffe fehlt bislang jede Spur.

Rinteln. Ein 14-Jähriger hat in Rinteln im Kreis Schaumburg zwei 22 Jahre alte Männer mit einem Messer schwer verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Bückeburg waren die Männer in der Nähe des Bahnhofs der Kleinstadt im Kreis Schaumburg über ein Drogengeschäft in Streit geraten. „Die beiden Männer haben Stichverletzungen erlitten“, sagte der Bückeburger Staatsanwalt André Lüth. Weitere Angaben zum Verlauf und zum Hintergrund der Auseinandersetzung vom Montagnachmittag machte der Justizsprecher nicht.

Die beiden älteren Kontrahenten aus Rinteln und Hess. Oldendorf (Kreis Hameln-Pyrmont) wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der 14-Jährige wurde noch am Montagabend festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Jugendlichen aus dem Kreis Schaumburg wegen versuchten Totschlags und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Er wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt. Es habe keinen Haftgrund gegeben wie etwa Fluchtgefahr, sagte Staatsanwalt Lüth. „Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass er sich dem Verfahren entziehen wird“, sagte Lüth. „Außerdem ist nicht auszuschließen, dass er in Notwehr gehandelt hat.“

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich der Streit am Montag gegen 17.15 Uhr zugetragen. Die Polizei wurde vom Krankenhaus informiert. Dorthin waren die beiden verletzten Männer gebracht worden, nachdem sie zunächst trotzt ihrer Verletzungen vom Tatort fliehen konnten. Beide Opfer befinden sich noch in stationärer Behandlung. Der eine der beiden Männer musste notoperiert werden.

Der 14-Jährige konnte unterdessen relativ schnell ausfindig gemacht werden. Zeugenaussagen brachten die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf die Spur des Jugendlichen. Der 14-Jährige war der Polizei bisher nicht im Zusammenhang mit Drogen- oder Gewaltdelikten aufgefallen. Der Jugendliche sei für die Polizei ein „unbeschriebenes Blatt“, sagte Lüth. Weitere Angaben zum persönlichen Hintergrund des 14-Jährigen machte er nicht. Ob die beiden 22-Jährigen wegen einschlägiger Delikt bekannt sind, wollte der Staatsanwalt ebenfalls nicht sagen. Während die 22-Jährigen im Krankenhaus behandelt und der 14-Jährige bei der Polizei vernommen wurde, suchte ein Großaufgebot die Umgebung des Tatorts im Norden der Rintelner Innenstadt ab.

Dabei half die Freiwillige Feuerwehr mit einem Beleuchtungsmast aus. Feuerwehrleute durchkämmten auf der Suche unter anderem nach dem Messer das Gebiet um den Rintelner Bahnhof. Nach Angaben Lüths konnte die Tatwaffe bis gestern nicht gefunden werden. Worüber die Kontrahenten in Streit gerieten, wollten die Ermittler gestern nicht sagen. Unklar ist daher, wer von wem Drogen kaufen wollte und um welche Art von Betäubungsmitteln es in dem Geschäft ging.

Klar ist aber, dass der 14-Jährige zugestochen hat: „Er hat das Messer eingesetzt“, sagte Lüth. Daher hat die Staatsanwaltschaft auch ein Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gegen den Jugendlichen eingeleitet. Ob er sich für den Totschlagsversuch verantworten muss, ist aber offen, obwohl er als 14-Jähriger bereits strafmündig ist. Sollte er tatsächlich in Notwehr gehandelt haben, würde das die Messerstiche rechtfertigen. Übrig bliebe dann nur eine mögliche Strafbarkeit wegen Drogen.

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