Tibet

16-Jährige verbrennt sich aus Protest gegen China

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Foto: Seit Jahren demonstrieren Tibeter in der Provinz Qinghai gegen die chinesische Herrschaft. Auch Selbstverbrennungen gehören zu Formen des Protests.

Peking - Der Protest ist tödlich – und jetzt fast täglich: Diesmal hat sich eine erst 16 Jahre alte tibetische Schülerin selbst angezündet, um ihren Widerstand gegen die chinesische Herrschaft zu erklären.

Die Serie der Selbstverbrennungen von Tibetern reißt nicht ab. In der nordwestchinesischen Provinz Qinghai starb eine Schülerin, die sich aus Protest gegen Chinas Herrschaft über ihr Volk mit Benzin übergossen und angezündet hatte, wie exiltibetische Organisationen am Montag berichteten. Die 16-jährige Bhenchen Kyi habe zuvor ihre Unterstützung für den Dalai Lama, das religiöse Oberhaupt der Tibeter, bekundet, schrieb das Internetportal Phayul.

Der jüngste tödliche Protest passierte am Sonntag im Kreis Zekog in der Provinz Qinghai. Rund 2000 Tibeter kamen danach zu einer Trauerkundgebung zusammen, wie es weiter hieß. Es war die 95. Selbstverbrennung seit 2009. Allein seit Anfang November haben sich 32 Tibeter selbst angezündet - erst am Samstag wieder zwei.

Die exiltibetische Regierung wies Chinas Vorwurf zurück, dass der Dalai Lama zu den Selbstverbrennungen anstifte. Wenn China Regierung wirklich eine Lösung suche, sollte sie unabhängigen Beobachtern ungehinderten Zugang zu tibetischen Gebieten gewähren. „Die tragischen Ereignisse stellen die Behauptung der chinesischen Regierung infrage, dass Tibeter in Tibet glücklich und zufrieden seien“, erklärte der tibetische Exil-Premierminister Lobsang Sangay.

Aktionsgruppen hatten am Dienstag, dem internationalen Tag der Menschenrechte, vor der chinesischen Botschaft in Berlin oder den UN-Vertretungen in New York, Genf und in Neu Delhi zu Protesten und Mahnwachen aufgerufen. Auch in Nepal gab es Proteste.

„Mit der stark ansteigenden Zahl von Selbstverbrennungen haben 60 Jahre Willkürherrschaft in Tibet einen traurigen Höhepunkt erreicht“, sagte die Geschäftsführerin der Tibet-Initiative Deutschland (TID), Nadine Baumann. „Die Welt schaut mit Entsetzen auf Tibet.“ Baumann sagte weiter: „Die neue chinesische Regierung muss nun die historische Chance nutzen und den Dialog mit den Tibetern wieder aufnehmen.“ Die Gewalt der chinesischen Sicherheitskräfte gegen die wachsende Zahl von Demonstrationen verschärfe nur den Konflikt.

dpa

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