Fahrer spricht von Unfall

18-Jähriger rast in Schülergruppe

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Diepholz - Ein junger Autofahrer ist in Diepholz in eine Gruppe von Schülern gerast. Der 18-Jährige verletzte dabei mindestens sieben Jugendliche.

Schock in Diepholz: Ein Fahranfänger ist dort am Freitagmorgen in eine Schülergruppe gerast und hat sieben junge Menschen verletzt. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei fuhr der 18-Jährige aber nicht mit Absicht in die Menge, vielmehr soll es sich um einen Unfall handeln.

Fast 30 Berufsschüler stehen am Morgen an einer Bushaltestelle in der Nähe des Schulzentrums, als der 18-Jährige auf einem nahe gelegenen Parkplatz mit quietschenden Reifen losfährt. Er rast durch eine Kurve, kommt von der Fahrbahn ab und fährt in die Schülergruppe.

Eine 17-Jährige erfasst er frontal. Sie wird schwer verletzt. Doch statt zu stoppen, gibt der junge Mann wieder Gas und flüchtet. Die Polizei kann ihn später in der Stadt stellen. Es war ein Unfall, sagt er. Die Ermittler müssen das allerdings noch überprüfen.

Sieben Jugendliche verletzt der junge Mann, er selbst bleibt unverletzt. Gegen Mittag ist klar: „Die 17-Jährige schwebt nicht mehr in Lebensgefahr“, sagt Polizeisprecher Thomas Gissing. Ein Rettungshubschrauber hat sie zuvor in ein Krankenhaus gebracht. Sanitäter und Ärzte kümmern sich währenddessen am Unglücksort um die anderen Verletzten. Seelsorger betreuen die geschockten Schüler.

„Es gab viele, die das beobachtet haben“, sagt Gissings Kollege Andrik Hackmann. Die Augenzeugen rufen direkt nach dem tragischen Vorfall die Polizei. Diese fahndet sofort nach dem flüchtigen Fahrer mit allen verfügbaren Streifenwagen. Kurz darauf entdecken sie das Auto des 18-Jährigen, das dieser in der Stadt abgestellt hat. Den jungen Mann können sie in der Nähe festnehmen.

Die Ermittler verhören den 18-Jährigen und sprechen mit den Zeugen. Der junge Mann gibt an, die Kontrolle über seinen Wagen verloren zu haben. Die Polizei ermittelt noch, ob die Angaben stimmen. Dazu sollen am Wochenende unter anderem die Spuren vom Unglücksort ausgewertet werden. Ergebnisse erwarten die Beamten nicht vor Anfang nächster Woche.

Dass Autofahrer Fußgänger oder Radfahrer erfassen, kommt immer wieder vor. Auslöser sind oft Alkohol, Krankheiten oder psychische Probleme. Zu einem der prominentesten Fälle kam es im März 2011, als ein Mann nach einem epileptischen Anfall in Hamburg mehrere Menschen erfasste. Vier Fußgänger starben, darunter der Schauspieler Dietmar Mues und der Sozialwissenschaftler Günter Amendt.

Für Entsetzen hatte auch eine Amokfahrt während der Fußball-WM im Juli 2006 in Berlin gesorgt. Damals war ein 33-Jähriger absichtlich in die Menschenmenge auf der Fanmeile am Brandenburger Tor gefahren und hatte 20 Menschen verletzt.

In Diepholz spricht sich das Unglück am Freitag schnell herum. Zu dem Schulzentrum an der Schlesier Straße gehören neben der Berufsschule auch ein Gymnasium und eine Realschule. Beunruhigte Eltern rufen bei den Schulen an, vor dem Absperrband an der Bushaltestelle versammeln sich zahlreiche Schaulustige. Auf dem Parkplatz ist immer viel los. Als der Unfall passiert, hat die Schule jedoch bereits angefangen, so dass sich nur die etwa 30 Berufsschüler an der Bushaltestelle aufhalten. „Wenn das vor 8 Uhr passiert wäre, hätte es noch deutlich schlimmer ausgehen können“, sagt Gissing.

dpa

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