Bremen

28-Jähriger nach Mord mit Schrotflinte zu lebenslanger Haft verurteilt

Bremen - Er erschoss einen 22-Jährigen mit einer Schrotflinte, nur weil ihm dessen Antwort auf eine Frage nicht gefiel: Für diesen Mord in Bremen muss ein 28 Jahre alter Mann jetzt lebenslang ins Gefängnis. Sein jüngerer Begleiter kommt mit einer Jugendstrafe davon.

Für den Mord an einem jungen Mann hat das Landgericht Bremen einen 28-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein ebenfalls angeklagter Heranwachsender, der zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war, erhielt am Freitag eine Jugendstrafe von zwei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 28-Jährige in der Nacht zum 5. Februar im Stadtteil Osterholz einen 22 Jahre alten Mann mit einer Schrotflinte erschoss, weil dieser ihm nicht den Aufenthaltsort eines Bekannten sagte, mit dem er einen Streit austragen wollte. Nach dem Mord verprügelten die beiden Angeklagten einen Zeugen.

Das Mordmerkmal "niedere Beweggründe" sei erfüllt, sagte der Vorsitzende Richter Christian Zorn. "Es gab keinerlei Anlass, das Opfer zu töten. Es war nichts vorgefallen. Es ging um Machtspiele." Das Opfer habe einfach die falsche Antwort gegeben. Auf die Drohung des 28-Jährigen, er werde schießen, habe der Mann gesagt: "Mach doch". Daraufhin habe der Täter abgedrückt. Ob es sich bei der Waffe, die nicht gefunden wurde, um eine Pumpgun oder ein mehrschüssiges Schrotgewehr mit einem Lauf gehandelt habe, könne nicht sicher gesagt werden.

Für die gesamte Gruppe um Täter und Opfer habe Gewalt zum Alltag gehört, kritisierte Zorn. "Sie haben in einer Parallelgesellschaft gelebt." Die Beteiligten stammen aus früheren Sowjetrepubliken. Sie hätten mit Vorstellungen gelebt, die mit deutschen Gesetzen nicht zu vereinbaren seien. Die Strafe für den jüngeren Verurteilten könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Nur in Haft und mit intensiver Betreuung könne der gewaltbereite junge Mann auf ein straffreies Leben vorbereitet werden. Eine Beteiligung an dem Mord sei ihm nicht nachzuweisen.

Beide Männer waren nach der Tat geflüchtet und später an der deutsch-niederländischen Grenze festgenommen worden. Der Jüngere war zwischendurch auf freien Fuß gekommen und hatte eine weitere schwere Körperverletzung begangen.

dpa

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