Hamburg/Niedersachsen

35.000 auf Außenalster - Verkehrschaos im Norden bleibt aus

- Trotz eindringlicher Warnung der Behörden haben sich am Wochenende mehrere zehntausend Menschen auf die zugefrorene Hamburger Außenalster vorgewagt. Niedersachsen und Bremen sind trotz Schneefalls und Eisglätte am Wochenende von einem Verkehrschaos verschont geblieben.

Zehntausende auf der Hamburger Außenalster: „Wir hatten am Samstag und Sonntag jeweils etwa 35.000 Menschen auf dem Eis“, sagte ein Sprecher der Polizei. Keiner der Eisläufer oder Spaziergänger sei jedoch in das Wasser eingebrochen. Für derartige Notfälle habe eine Gruppe von Rettungstauchern bereitgestanden. Dutzende Polizisten und Feuerwehrkräfte beobachteten zudem die Lage.

Seit Wochen hofft die Hamburger Bevölkerung auf eine Freigabe der Eisfläche durch die Umweltbehörde, um wie zuletzt 1996 Glühwein- und Essensstände auf dem Eis aufzubauen und ein frostiges Volksfest zu feiern. Nachdem am vergangenen Mittwoch lediglich 15 statt der geforderten 20 Zentimeter Eis gemessen worden waren, gab die zuständige Behörde die Fläche nicht für das Fest frei.

Dennoch wurden im Laufe der vergangenen Woche zahlreiche Stände mit Getränken und Essen am Ufer des etwa in zwei Stunden Fußweg zu umrundenden aufgestauten Flusses aufgebaut. Am Wochenende zogen dann die Menschen mit Schlitten, mitgebrachter Verpflegung und Musik auf das Eis. Andere fegten den Schnee zur Seite und nutzen die weite Fläche zum Eislaufen.

Eine andere Winterattraktion bot sich Spaziergängern am Wochenende zudem am Ufer der Elbe. Im Hafen schob sich eine dicke und dichte Schicht aus Eisschollen über das Wasser. Zahlreiche Schlepper hielten Fahrrinnen für die kleineren Schiffe frei. Bereits am Freitag hatte die Hamburger Hafenbehörde (HPA) mit der Norderelbe einen großen Teil der Dockanlagen wegen des zu starken Eisgangs für den Schiffverkehr gesperrt.

Verkehrschaos bleibt trotz Schnee und Eis im Norden aus

Trotz Schneefalls und Eisglätte sind Niedersachsen und Bremen am Wochenende von einem Verkehrschaos verschont geblieben. „Niedersachsen ist glimpflich davongekommen“, berichtete ein Polizeisprecher. Zwar ereigneten sich Dutzende Unfälle, weil viele Autofahrer auf den glatten Straßen ins Rutschen gerieten. Zumeist blieb es jedoch bei Blechschäden und der Verkehr lief ungehindert weiter.

Lediglich die Autobahn 7 in Höhe Soltau musste am Samstag nach mehreren Unfällen zwischenzeitlich gesperrt werden. Ein 41 Jahre alter Lastwagenfahrer hatte auf der spiegelglatten Fahrbahn die Kontrolle über seinen Sattelschlepper verloren. Dieser rutschte in die Mittelschutzplanke, schleuderte über die Autobahn und blockierte alle drei Fahrstreifen. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Es entstand ein Sachschaden von rund 65.000 Euro. „Die Autofahrer sind auf Landstraßen ja meist noch vorsichtig unterwegs“, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg. „Sobald sie aber auf die Autobahn kommen, meinen sie wohl, Gas geben zu können. Das ist oft ein gefährlicher Trugschluss.“

Trotzdem blieben nach Polizeiangaben dramatischere Unfälle wohl deshalb aus, weil die meisten sehr vorsichtig fuhren oder gleich ganz auf das Auto verzichteten. In Peine erlitt jedoch ein 58 Jahre alter Mofafahrer mehrere Knochenbrüche, nachdem er auf der vereisten Straße gestürzt war. Bei Melle im Landkreis Osnabrück prallte ein junger Autofahrer gegen einen Baum. Rettungskräfte der Feuerwehr befreiten den verletzten 18-Jährigen aus dem Wrack und brachten ihn in ein Krankenhaus. Trotz der winterglatten Fahrbahn war der Fahranfänger zu schnell unterwegs und hatte vermutlich auch zu tief ins Glas geschaut.

Grund zur Freude hatten an diesem Wochenende vor allem die Wintersportler. In den Ski- und Rodelgebieten tummelten sich tausende Menschen. Wegen der Schneemassen mussten allerdings in Braunlage nach Polizeiangaben am Sonntag einige Zufahrtstraßen zu den Liftanlagen gesperrt werden.

Neben dem Straßenverkehr beeinträchtigen die winterliche Witterung und die andauernden Minustemperaturen weiterhin Niedersachsens Binnenschifffahrt. Wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Minden mitteilte, bleibe der seit Mittwoch gesperrte Mittellandkanal wegen des Eisgangs weiterhin unbefahrbar. Dagegen lief der Bahnverkehr bis auf einige witterungsbedingte Verspätungen planmäßig ab.

Nach dem leichtem Tauwetter am Freitagabend hatten sich in der eisigen Nacht zu Samstag in weiten Teilen Niedersachsens die Gehwege und Straßen in Rutschbahnen verwandelt. Die Stadt Hannover hatte deshalb am Samstag erneut das Salzstreuverbot aufgehoben.

Winterlich startet auch die kommende Woche. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für die Nacht zum Montag frostige -3 Grad und einzelne Schneeschauer.

apn/lni

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