Osterpost aus aller Welt

37.000 Briefe erreichen Ostereistedt

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Foto: Auch dieser Brief kam ins Büro des Osterhasen.

Ostereistedt/Rotenburg - Ostern und Weihnachten haben etwas gemeinsam: Kinder wünschen sich immer öfter teures elektronisches Spielzeug oder Geräte wie Notebooks und Smartphones. Aber in den Wunschzetteln an den Osterhasen finden sich auch Dinge, die man nicht kaufen kann. Viele der Zuschriften kommen aus Asien.

Rund 36.800 Briefe aus aller Welt haben in diesem Jahr das Büro des Osterhasen Hanni Hase im niedersächsischen Ostereistedt erreicht. Darunter seien viele Zuschriften aus China, Taiwan und Hongkong gewesen, sagte am Donnerstag die rechte Hand von Hanni Hase, Hans-Hermann Dunker. "Viele Chinesen haben Fragen zu Ostern und wollen wissen, was wir da feiern."

Ostern sei als christliches Fest unter den Schreibern aus dem Reich der Mitte praktisch unbekannt. Zusammen mit neun Helfern hat Dunker alle Briefe aus insgesamt 33 Ländern beantwortet, die waschkörbeweise bei eintrafen - etwa 1.500 mehr als im vergangenen Jahr. Das geschah wie in den Vorjahren meist mit einem Vordruck. "Sonst würden wir die Arbeit gar nicht schaffen." Viel Post kam nicht nur aus Fernost, sondern auch aus Schweden, Griechenland, Polen und Österreich.

"Oft sind es ganze Schulen, die Hanni Hase schreiben", bilanziert Dunker, der das Osterpostamt in der Nähe von Bremen seit 15 Jahren leitet. Häufig liegen den meist handschriftlich verfassten und liebevoll geschmückten Briefen an Meister Lampe Wunschzettel bei. "Da steht technisches Spielzeug an der Spitze, durchaus hochwertige Geräte wie Notebooks und Smartphones." Dass sich Ostern längst zu einem Geschenkefest wie Weihnachten entwickelt hat, kann der 76-jährige pensionierte Postbeamte auch den Briefen entnehmen. Zwar sind viele Kinder mit Schokoeiern zufrieden. Aber nicht selten geht es um Fahrräder, elektronisches Spielzeug oder Rollschuhe, die kaum in das Osternest passen. "Ein Kind hat sogar einen Fuß aufgemalt, damit die Größe stimmt."

In dieser Woche haben sich die Wunschzettel-Schreiber verstärkt darum gesorgt, ob der Osterhase sie wohl auch am Ferienort findet und die Geschenke sie erreichen würden. Immer wieder bewegen die Absender aber auch Dinge, die es nicht zu kaufen gibt. "Der Krieg in Syrien soll aufhören, überhaupt sollen wir friedlicher miteinander umgehen", zitiert Dunker oft geäußerte Wünsche der Kinder. "Auch in der Familie soll es friedlicher zugehen - und im Umgang mit der Natur."

In den Anfängen des Osterpostamtes bekam Hanni Hase einige Tausend Briefe, nun sind es regelmäßig Zehntausende. "Die Adresse ist einfach bekannter geworden, nicht zuletzt über das Internet", sagt Dunker. Er freut sich besonders über "Stammkunden", die dem Osterhasen schon mehrfach geschrieben haben - beispielsweise aus Asien. Dunker ist sich sicher: "Wir haben Fans in China."

epd

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