Heimtückischer Mord in Hamburg

85-Jähriger zerstückelt und vergraben

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Foto: Die wegen heimtückischen Mordes angeklagte Manuela M. (l.) sitzt im Landgericht mit einem Tuch über dem Kopf neben ihrer Anwältin Ines Woynar.

Hamburg - Szenen wie aus einem Horrorfilm: Erst soll sie einen alten Mann mit einem Judogriff erwürgt, dann zersägt, später die Leichenteile in einem Erdloch vergraben haben. Eine 46-Jährige steht deswegen in Hamburg vor Gericht. Die Anklage: heimtückischer Mord.

Bei einem Streit soll eine 46-jährige Frau den alten Vater ihres Lebensgefährten erwürgt und dann zerstückelt haben. Beim Prozessauftakt wegen Mordes am Landgericht Hamburg hat die Angeklagte am Freitag geschwiegen. Ihre Mandantin wolle sich zur Tat erst bei einem der nächsten Verhandlungstermine äußern, teilte ihre Verteidigerin am Freitag beim Prozessauftakt mit. Die 46-Jährige hatte die Tat zuvor weitgehend gestanden. Laut Anklage soll sie den 85-jährigen Vater ihres Freundes im September vergangenen Jahres mit einem Judogriff so lange gewürgt haben, bis er aus dem Ohr blutete und starb. Anschließend soll sie die Kopf- und Gliedmaßen der Leiche mit einer Knochensäge zerstückelt haben.

Wenige Wochen später entdeckte ein Hobbyfotograf im Naturschutzgebiet Höltigbaum - im Nordosten Hamburgs - in der Nähe einer Wiese den abgetrennten Arm des Opfers. Er alarmierte die Polizei. Wenig später stieß ein Kriminalpolizist auf weitere Körperteile, die in einem Erdloch grob verscharrt waren. „Es sah aus, als ob ein Hund gewühlt hätte“, erinnerte sich der Polizist vor Gericht als Zeuge. Weit verstreut lagen daneben Plastikfolien, Reste eines Klebebands, Plastikbeutel und Textilien.

Auslöser für das tödliche Drama soll ein Streit am Geschirrspüler im Haus des 85-Jährigen in Hamburg-Rahlstedt gewesen sein, hieß es in der Anklageschrift. Demnach soll der Mann während der Auseinandersetzung vor der Angeklagten die Treppe hinaufgeflüchtet, gestürzt und von ihr attackiert worden sein. Die 46-Jährige habe den 85-Jährigen durch einem vom Judotraining bekannten Würgegriff - den sogenannten Kreuzwürger - heimtückisch getötet, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Unklar blieb zunächst die Rolle anderer Familienangehöriger. So wohnte der Sohn des Getöteten zwar im selben Haus wie sein Vater, meldete ihn aber nicht als vermisst. Mehrere Tage später gab der Schwiegersohn des 85-Jährigen dann eine Vermisstenanzeige auf.

Während der Verhandlung verfolgte die 46-jährige Hamburgerin mit regungsloser Miene die Schilderungen der beiden Kriminalpolizisten, die als Zeugen geladen waren. Vor den Kameras verhüllte sie ihr Gesicht mit einem grünlichen Kopftuch.

Der nächste Verhandlungstermin ist am Freitag, 2. August.

dpa

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