Streit um Verschlickung

Abkommen soll die Ems retten

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„Das ist ein Meilenstein im Streit um die Ems“: Das Wasser des Flusses soll besser werden, gleichzeitig darf die Meyer Werft weiter ihre Schiffe in die Nordsee überführen.

Hannover - Das Land Niedersachsen will den jahrzehntelangen Streit um die Verschlickung der Ems beenden. Mit dem 22 Millionen teuren Neubau eines Tidespeicherbeckens oberhalb von Papenburg soll erprobt werden, ob die Wasserqualität des Flusses verbessert werden kann.

Das neue Speicherbecken ist nur eines von zahlreichen Vorhaben, auf die sich die Landesregierung, der Bund, die Landkreise entlang des Flusses sowie die Umweltverbände und die Meyer Werft geeinigt haben. „Das ist ein Meilenstein in dem jahrzehntelangen Streit um die Ems“, sagte ein strahlender Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Die Einigung auf die Absichtserklärung zum „Masterplan Ems 2050“ kommt tatsächlich überraschend, denn bislang lagen die Umweltverbände (Nabu, WWF und BUND) im Streit mit den Behörden und der Meyer Werft, die ihre immer größer werdenden Schiffe über die Ems in die Nordsee führt. Die Umweltverbände haben dagegen geklagt, dass die Ems zur Überführung der dicken Pötte in der zweiten Septemberhälfte dieses Jahres gestaut werden soll, wie es bereits vor zwei Jahren geschehen ist. Ein entsprechendes Verfahren dazu ist noch vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg anhängig. Es soll die geplante Überführung der „Quantum of the Seas“ in einigen Monaten nicht gefährden, vereinbarten jetzt die Vertragspartner.

Aber auch das Land muss kräftig in Vorleistung treten. Der Bau des Tidespeicherbeckens als „Pilotpolder“ ist nur ein Schritt von vielen. „Ästuartypische Lebensräume“, eine Art Auenlandschaft, sollen am Rand der Ems geschaffen werden, die inzwischen als „roter, toter Fluss“ gilt. Dazu will das Land innerhalb von 35 Jahren insgesamt 700 Hektar Flächen schaffen, durch Ankauf etwa. Ferner sollen diverse Gutachten ausloten, wie man mithilfe einer verbesserten Tidesteuerung durch das Emssperrwerk die Schlickbelastung bremsen kann, möglicherweise durch den Einbau einer Sohlschwelle am Sperrwerk.

Weil betonte, das neue Abkommen schaffe auch für die Meyer Werft Sicherheit, die immerhin 3000 Arbeitsplätze im Werk und weitere 3000 Jobs bei Zulieferern habe. Aber auch unabhängig von der Werft habe man das Thema Emsverschlickung angehen müssen, weil die EU hier mit einer Klage drohen könne. „Das ist auch für die EU eine vertrauensbildende Maßnahme“, ergänzte Staatssekretärin Birgit Honé.

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