Nur noch 25 Grad

Abkühlung am Montag nach Gluthitze

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Hannover - Nach der extremen Hitze vom Wochenende mit extrem heißen Temperaturen steht Niedersachsen ein vorläufiges Ende der Hitzewelle bevor: Nach den Gewittern von Sonntagabend sind am Montag nur noch 25 Grad erwartet.

Niedersachsen steht nach Tagen mit Tropen-Hitze eine merkliche Abkühlung bevor: Am Montag wird es voraussichtlich "nur" noch bis zu 25 Grad warm - für viele Menschen eine willkommene Abkühlung nach einem heißen Wochenende. An einigen Orten wurden am Samstag mehr als 38 Grad gemessen. Am Sonntag kühlte es sich nach Regenschauern schon etwas ab.

Rekorde

In Lüchow war es am heißesten. Dort wurden amSamstag 38,3 Grad gemessen. Damit schrammte die Stadt im Wendland nur knapp am niedersächsischen Hitze-Rekord vorbei: Der höchste Wert der vergangenen Jahrzehnte wurde am 9. August 1992 in Bergen und Faßberg in der Südheide gemessen - 38,6 Grad. Faßberg war auch am Wochenende im Temperatur-Ranking wieder ganz oben dabei: Neben Bergen und Celle war es die dritte Wetterstation, wo die 38-Grad-Marke geknackt wurde.

Gewitter

Schon am Samstagabend krachte es in einigen Landesteilen, nordwestlich von Bremen fielen innerhalb einer Stunde 13 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist aber keine besonders große Menge. Größere Schäden meldeten Feuerwehr und Polizei nicht. In Kehdingbruch bei Cuxhaven schlug ein Blitz in den Schornstein eines Hauses ein und verursachte einen Schaden von rund 50.000 Euro.

Gesundheit

Die große Hitze machte in Niedersachsen und Bremen vielen Menschen zu schaffen. So kollabierten in Schwagstorf bei Osnabrück 25 Erntehelfer auf einem Erdbeerfeld. "Bei diesem Wetter sollte man definitiv nicht in der prallen Sonne auf dem Feld arbeiten", sagte Ralf Siepe, Chef der Notfallmedizin der Niels-Stensen-Kliniken, einem Klinikverbund im Raum Osnabrück. In vielen Notaufnahmen und auch in den prall gefüllten Freibädern hatten die Ärzte gut zu tun. "Die Menschen trocknen aus, weil sie zu wenig trinken", sagte der Arzt Christoph Duesberg von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Trinkwasser

Die gute Nachricht vorweg: Die Vorräte in den Harzer Talsperren reichen aus, um die Trinkwasserversorgung über Monate aufrecht zu erhalten. Doch weil es zuletzt nur wenig geregnet hat, sind die sechs Talsperren im Westharz derzeit deutlich leerer als sonst um diese Jahreszeit. Im Mai und Juni gab es etwa 30 Prozent weniger Niederschlag als üblich, sagte Harzwasserwerke-Sprecher Henry Bodnar. In den Stauseen befinden sich derzeit 114 Millionen Kubikmeter Wasser, zehn Prozent weniger als im langjährigen Mittel.

Autoreifen

Eine beruhigende Nachricht kam amWochenende auch vom Reifenhersteller Continental. Die Autoreifen halten der Hitze stand. "Das Schmelzen von Reifen kann grundsätzlich ausgeschlossen werden, da das Gummi seinen festen Zustand - wie bei der Vulkanisation - erst bei Temperaturen von mehr als 150 Grad Celsius verliert", teilte der hannoversche Konzern mit. Die Pneus seien "sehr temperaturbeständige Produkte".

Musik

Barockinstrumente sind anfälliger als die Reifen aus Gummi. In Nürnberg musste am Samstag eine Freiluft-Opernaufführung des hannoverschen Ensembles "Musica Alta Ripa" in den Rathaussaal verlegt werden - "wegen schönen Wetters". Grund waren die selbst am Abend noch gemessenen 35 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent. Bei solchen Verhältnissen verformen sich die Natursaiten der Instrumente, sie hätten bei einem Konzert im Freien alle fünfMinuten nachgestimmt werden müssen.

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