Schröder, Schmidt, Steinbrück anwesend

Abschied von Peter Struck: Trauerfeier in Uelzen

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Foto: Trauerfeier für Peter Struck: Ein Teil der Plätze in der Kirche sollte für die Öffentlichkeit reserviert sein.

Uelzen - Mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von zahlreichen Politikern wird in Uelzen dem im Dezember gestorbenen Ex-Verteidigungsminister Peter Struck gedacht.

Die Trauerfeier in Strucks Wahl-Heimat Uelzen hat am Mittag in der St.-Marien-Kirche begonnen. Der frührere Verteidigungsminister und langjährigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck war am 19. Dezember im Alter von 69 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

Bei dem Abschied mit militärischen Ehren vertritt Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) die Bundesregierung. Er würdigte die Verdienste des verstorbenen Amtsvorgängers Peter Struck (SPD) für die Bundeswehr als wegweisend. Struck sei Teil der Bundeswehr geworden, sagte de Maizière. "Er ist es auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt geblieben", betonte der CDU-Politiker.

Struck habe sich nie nach dem Amt gesehnt, aber es dann mit großem Einsatz ausgeübt. Die Angehörigen der Bundeswehr hätten gespürt, dass ihm sein Amt wichtig geworden sei, weil sie ihm wichtig gewesen seien. "Sie wussten: Für ihn war ihr Auftrag auch sein Auftrag." Er habe mit seinen neuen verteidigungspolitischen Leitlinien 2003 Maßstäbe gesetzt.

Struck habe die Bundeswehr in den Einsatz in Afghanistan geführt, unvergessen bleibe sein Satz: "Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt." Mit dieser zugespitzten Formulierung sei es ihm gelungen, die manchmal zähe sicherheitspolitische Debatte zu beleben, sagte de Maizière. Struck habe stets zu seiner Verantwortung für den Einsatz gestanden, der zu einem Kampfeinsatz mit den ersten gefallenen deutschen Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg geführt habe.

"Diesen steinigen Weg ging Peter Struck gemeinsam mit der Bundeswehr. Er führte sie, auch und vor allem in den schwersten Stunden", sagte de Maizière. "PeterStruck hat sich um unser Vaterland verdient gemacht."

Unter den Trauergästen waren auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Steinmeier bezeichnete seinen verstorbenen Vorgänger als Parlamentarier, der tiefe Spuren hinterlassen habe. Er sei ein Mensch voller Pflichtbewusstsein gewesen, der Verantwortung überaus ernst genommen habe, sagte Steinmeier. "Politische Schauspielerei war seine Sache nicht."

Alles Eitle und Gespreizte in der Politik seien ihm zuwider gewesen. "Der politische Laufsteg, das war nicht Peters Welt. Sein politisches Zuhause war das Parlament", sagte Steinmeier. Unvergessen sei das "Strucksche Gesetz", wonach kein Gesetz den Bundestag so verlasse, wie es von der Regierung eingebracht werde.

Ihm sei daran gelegen gewesen, einen Hochmut der Exekutive im Zaum zu halten, betonte Steinmeier. Der im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorbene Struck war von 1998 bis 2002 Fraktionschef der SPD, dann von 2002 bis 2005 Verteidigungsminister und von 2005 bis 2009 noch einmal vier Jahre in der großen Koalition Fraktionschef. Der Niedersachse saß insgesamt 29 Jahre im Bundestag.

"Er war gewieft, aber er hat nicht getrickst", sagte Steinmeier, der auch die Verdienste Strucks als Verteidigungsminister würdigte. Struck sei ein äußerst verlässlicher, direkter Partner gewesen. "Für Absprachen mit ihm bedurfte es nicht stundenlanger Abendessen mit Umkreisung des Problems", so Steinmeier. Ihm sei es nie um Triumph oder Demütigung gegangen. "Im Gegenteil: Es ging um Lösungen, die über den Tag hinaus tragen."

Struck sei ein großartiger Mensch gewesen. "Peter Struck war ein Glücksfall für die parlamentarische Demokratie in Deutschland." Die SPD verliere einen großen Sozialdemokraten, sagte Steinmeier. "Peter, wir werden Dich vermissen", fügte er hinzu.

Auch die beiden Altkanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD) waren nach Uelzen gekommen. Zudem nahmen auch Strucks Amtsvorgänger Volker Rühe (CDU) und Rudolf Scharping (SPD) an der Trauerfeier teil.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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