Oberlandesgericht Celle

Achtjährige muss zurück zum Vater in die USA

Celle - Die achtjährige Tochter einer Deutsch-Amerikanerin und eines US-Bürgers muss sofort in die Vereinigten Staaten zurückgebracht werden. Das hat das Oberlandesgericht Celle entschieden. Die Mutter war nach einem Urlaub 2010 in der Region Hannover mit ihrer Tochter nicht in die USA zurückgekehrt.

Das Kind wurde unmittelbar nach der Entscheidung dem Vater übergeben und dürfte bereits wieder in den USA sein, teilte ein Sprecher des Gerichts mit. Die Entscheidung fiel schon am 21. Mai gefallen, wurde aber erst am Dienstag mitgeteilt. Die Mutter war nach einem Urlaub 2010 mit ihrer Tochter aus der Region Hannover nicht in die USA zurückgekehrt. Die Frau sei nicht berechtigt, das Kind gegen den Willen des ebenfalls sorgeberechtigten Vaters zurückzuhalten, befand der Familiensenat des Celler Gerichts. Der 18. Senat ist nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen für derartige Fälle zuständig.

Die Mutter des Mädchens könne nicht geltend machen, dass sich ihre Tochter während der fast zwei Jahre in Deutschland an die neue Umgebung gewöhnt habe. Auch die Trennung von Mutter und Kind sei kein Argument gegen eine Rückführung. Es stehe der Mutter frei, ebenfalls in die USA zurückzukehren.

„Mit dem Beschluss setzt der 18. Zivilsenat das Recht des Vaters durch, der genau die gleichen Rechte hat wie die Mutter“, erklärte Gerichtssprecher Götz Wettich am Dienstag. Kindesentführungen seien letztlich eine Form der Selbstjustiz. „Im Ergebnis führen sie nicht nur zu Wut und Enttäuschung bei den Familienangehörigen des Kindes, sondern sie bedeuten auch für das betroffene Kinder extremen Stress und Kummer“, betonte der Sprecher. Der Vater des Kindes kommt aus dem Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA. Nähere Angaben zu dem Fall wollte der Sprecher aus Datenschutzgründen nicht machen.

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