Altersschwäche

Ältester Luchs des Harzes ist tot

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Foto: Luchs Attila ist im Alter von 19 Jahren vermutlich an Altersschwäche gestorben (Archiv).

Bad Harzburg - Er war vermutlich der am meisten fotografierte und gefilmte Luchs Deutschlands: Jetzt ist Attila tot. Der Luchs, der seit dem Jahr 2000 im Gehege des Nationalparks Harz gelebt hatte, ist im Alter von 19 Jahren vermutlich an Altersschwäche gestorben.

Trauer im Harz: Der vermutlich meistfotografierte Luchs Deutschlands ist tot. Der 19-jährige Kuder Attila lag am Mittwochmorgen leblos am Zaun des Luchsgeheges an den Rabenklippen, berichtete der Luchsbeauftragte des Nationalparks Harz, Ole Anders. Vermutlich sei der Luchs an Altersschwäche gestorben.

Auch wenn 19 Jahre für einen Luchs „ein sehr anständiges Alter“ seien, sei sein Tod doch sehr überraschend gewesen. Attila habe keine akuten Gesundheitsprobleme gehabt und bis zuletzt sehr fit gewirkt. Erst vor Kurzem habe ihn noch ein Kamerateam für eine Kino- und Fernsehdokumentation gefilmt. Vermutlich sei er bei einem Rundgang am Zaun zusammengebrochen und gestorben.

Attila war der letzte Vertreter der „ersten Luchs-Generation“ in dem Harzer Schaugehege, das im Sommer 2000 in Betrieb genommen wurde. Seine damaligen Mitbewohnerinnen Bella und Cosima waren bereits vor einigen Jahren gestorben, zuletzt teilte er sich das Gehege mit der jungen Luchsin Silva.

Ursprünglich kam Attila aus einem Zoo in Gelsenkirchen und war dementsprechend an Menschen gewöhnt. Nach seinem Umzug in das Harzer Schaugehege avancierte er sehr schnell zum Publikumsliebling und Medienstar.

„Attila war gewissermaßen unser wichtigster Mann“, meint Anders. Der Luchs habe stets sehr gelassen reagiert und sich auch gerne vor Besuchern und Kameras präsentiert. „Man konnte ihn mit der Futtertonne eigentlich überall hin locken.“ Vermutlich sei Attila einer der meistfotografierten und meistgefilmten Luchse Deutschlands: „Er war der Garant für viele gute Bilder.“

Gleichzeitig war Attila damit auch der wichtigste Werbeträger für das Harzer Luchsprojekt. Die Nationalpark-Mitarbeiter stehen nun vor der Herausforderung, einen geeigneten Nachfolger zu finden.

Das „Luchs-Casting“ werde vermutlich einige Zeit in Anspruch nehmen, sagt Anders. „Wir werden nichts überstürzen.“ Es komme nur ein Luchs in Frage, der ähnliche „Rampensau“-Qualitäten habe wie Attila sie hatte.

Das Schaugehege mit den Luchsen an den Rabenklippen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Besonders beliebt sind die öffentlichen Fütterungen, die zweimal wöchentlich stattfinden (mittwochs und sonnabends um 14.30 Uhr). Außer der Luchsin Silva, die sich mit Attila das Gehege geteilt hatte, können die Besucher noch ein weiteres Luchspärchen in einem Nachbargehege beobachten.

Heidi Niemann

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