Pfefferspray-Einsatz

Aktivisten stürmen auf EZB-Gelände

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Die Veranstalter sprachen von insgesamt bis zu 3000 Teilnehmern, die Polizei zählte rund 2000 Demonstranten.

Frankfurt/Main - Schon vor der offiziellen Eröffnung im kommenden März haben Blockupy-Aktivisten dem EZB-Neubau einen ersten Besuch abgestattet. Sie warfen mit Farbbeuteln, die Polizei setzte Pfefferspray ein. Im März wollen die Demonstranten wiederkommen.

Mit Farbbeuteln und Steinen haben Aktivisten des bankenkritischen Blockupy-Bündnisses am Samstag den Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt beworfen. Zuvor waren rund 80 Demonstranten über Bauzäune geklettert und so auf das Gelände gelangt, wie ein Polizeisprecher sagte. Dort bewarfen sie die Glasfront des Gebäudes mit den Farbbeuteln. Außerdem seien Polizisten durch Tritte und Schläge angegriffen worden, woraufhin es einen gezielten Pfeffersprayeinsatz gegeben hätte. Zunächst war die Polizei von rund 150 Kletterern ausgegangen.

Polizeibeamte seien nicht verletzt worden, ein Blockupy-Sprecher berichtete von „einigen wenigen Verletzten durch Pfefferspray“. Nach einigen Minuten verließen die Aktivisten das Gelände im Frankfurter Ostend laut Polizei wieder. Die Veranstalter sprachen von insgesamt bis zu 3000 Teilnehmern, die Polizei zählte rund 2000 Demonstranten.

uvor hatten sich die Aktivisten an der Paulskirche versammelt, wo es erste Redebeiträge gegen das „Krisenmanagement“ inEuropa gab. Anschließend setzte sich der Demonstrationszug zur EZB, die gerade bezogen wird, in Bewegung. Die Demo stand unter dem Motto „Umzug zur neuen EZB - wir packen mit an!“. Der Protest war Teil eines bis Sonntag dauernden viertägigen Festivals, bei dem unter anderem über „Schritte gegen die europaweite Verarmungspolitik“ beraten werden sollte.

Die Teilnehmer hatten Umzugskartons mitgebracht, um ihre Kritik bildlich vor den Türen des Neubaus abzuladen. Auf Plakaten war zu lesen „...wir wollen nur kurz die Welt retten“ oder „People over Profit“. Für die offizielle Eröffnung des EZB-Neubaus am 18. März 2015 kündigte das Bündnis bereits weitere Aktionen an. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Janine Wissler, bezeichnete den Protest vor Ort als „gute Mobilisierung“. Zur Eröffnung im März erwartete sie eine noch größere Aktion.

dpa

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