Tourismus-Bewertungsportale in Niedersachsen

Aktuelle Homepage für Touristik das A und O

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Hannover - Nicht die Masse, sondern die Qualität entscheidet: Niedersachsens Touristiker haben Nachholbedarf was den Auftritt im Internet anbelangt. Das ist auch ein Mittel, um Stagnation und Rückgang bei Übernachtungszahlen entgegenzutreten. Das ist eines der Themen beim Sparkassen-Tourismusbarometer gewesen.

Wenn Gäste in Internetforen über das schlechte Essen schimpfen oder sich über das zu kleine Zimmer beschweren, dann sollten Restaurant- und Hotelbesitzer reagieren. "Schweigen wäre falsch", sagte Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, am Montag in Hannover bei der Präsentation des Sparkassen-Tourismusbaromters. Denn wer schweige, sei ganz schnell offline. Bewertungsportale im Internet seien mittlerweile wichtiger als die klassischen Sterne über der Eingangstür.

Bei der Nutzung der digitalen Medien haben Niedersachsens Touristiker durchaus noch Nachholbedarf, hat Manfred Zeiner, Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH herausgefunden, der das Sparkassen-Tourismusbarometer seit elf Jahren erstellt. Viele Anbietern, vor allem den kleineren und mittleren Betrieben, fehle die Strategie beim Onlineauftritt. "Digitalisierung ist mehr als ein Profil bei Facebook", sagte Zeiner. Dabei gehe es aber nicht darum, auf möglichst vielen Kanälen, also bei Twitter, Youtube und anderen Plattformen, ein bisschen aktiv zu sein, sondern wichtig sei ein moderner, glaubwürdiger Auftritt im Netz. Eine gute Homepage, die ständig aktualisiert werde, sei das A und O, betonte Zeiner. Vorreiter in Niedersachsen sei etwa der Harzer Tourismusverband, der auf seiner Webseite Zielgruppen gesondert anspreche. "Da findet der Wanderer gleich die für ihn passenden Angebote." Auch die Meta-Plattform Nordsee, wo jeder Urlauber direkt zum gewünschten Ort geleitet werde, sei ein Beispiel für vorbildliche Zusammenarbeit.

Im vergangen Jahr hatte Niedersachsen erstmals einen leichten Rückgang bei den Übernachtungszahlen von minus 0,3 Prozent zu verzeichnen, während es deutschlandweit einen Anstieg von 1,1 Prozent gab. Im Vergleich der Bundesländer kommt Niedersachsen nur noch auf Rang 4. Allerdings stieg der Zahl der Ankünfte im Land leicht um 0,6 Prozent. Zeiner erklärte dies mit dem Trend zu Kurzreisen.

Die Flutkatastrophe im vergangenen Frühsommer hat in vielen Mittelgebirgen die Reisebilanz verhagelt. Während die Nordseeküste leicht zulegt (+0,8 Prozent) mussten viele andere Gebiete Rückgänge verzeichnen: Bei der Unterelbe/Unterweser sanken die Übernachtungszahlen sogar um 4,4 Prozent, im Oldenburger Müsnterland waren es 2,2 Prozent. Auf den Ostfriesischen Inseln und dem Emsland sowie der Grafschaft Bentheim gab es ein Minus von einem Prozent, in der Region Hannover-Hildesheim waren es -0,8 Prozent, im Harz -0,4 und in der Heide -0,3.Zulegen konnten hingegen die Mittelweser-Region (+2,2), das Braunschweiger Land (+1,3) und das Oldenburger Land (+1). Vom generellen Boom des Städtetourismus konnten Niedersachsens große Drei Hannover, Braunschweig und Wolfsburg aber nicht profitieren, es gab im Gegenteil sogar leichte Rückgänge.

Während die Übernachtungen in Hotels stagnierten, gehören Gasthöfe und Pensionen schon seit Langem zu den Problemfällen. Auch dem Markt der Ferienwohnungen und Gruppenunterkünften fehlt es laut Zeiners Untersuchung an frischen Ideen. Zu den Gewinnern des Tourismusjahrs 2013 zählen hingegen die Campingplätze, auch mit der Luxusvariante, dem "Glamping", sowie Reha-Kliniken und Sanatorien: "Der Gesundheitstourismus boomt." Enttäuschende Ergebnisse erzielten die Freizeit- und Naturparks, private Eisenbahnen und Zoos, ein Besucherplus gab es allerdings bei Freilichtumseen, Besucherbergwerken und Spielscheunen.

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