Ende einer Sonderregelung

Alkohol nachts wieder erlaubt

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Foto: Nach Beschwerden von Anwohnern der Diskomeile Nikolaistraße war das an Wochenenden zwischen 0 und 8 Uhr geltende Verbot vor knapp zwei Jahren eingeführt worden.

Göttingen - Polizei und Ordnungsamt in Göttingen blicken an diesem Wochenende besonders genau in Richtung Nikolaistraße und Nikolaifriedhof: Denn ein seit Mai 2012 geltendes Verbot, dort nachts draußen Alkohol zu trinken, gilt seit Anfang Januar nicht mehr.

Nach Beschwerden von Anwohnern der Diskomeile Nikolaistraße über Lärm, Müll und andere Begleiterscheinungen starken Alkoholkonsums war das an Wochenenden zwischen 0 und 8 Uhr geltende Verbot vor knapp zwei Jahren eingeführt worden. Ein Rechtsanwalt klagte dagegen erfolglos beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Unter anderem würde der Lärm der Feiernden die „Unversehrtheit der Gesundheit der Anwohner“ und ihr Recht auf Nachtruhe gefährden, entschieden die Richter. Polizei und städtisches Ordnungsamt zogen nach der Probezeit eine positive Bilanz. Die Zahl der Straftaten, in den Vorjahren je rund 150, sei im Jahr 2012 auf 118 und 2013 auf nur noch 69 zurückgegangen.

Darunter fielen „Rohheitsdelikte“ wie Körperverletzungen, aber auch Diebstahl. Zwar sei ein Teil derjenigen Party-Szene, die sich lieber an Kiosken als in teuren Diskotheken mit Getränken versorge, auf andere Plätze in der Innenstadt ausgewichen. „Es gab aber keinen Verdrängungseffekt, der zu erheblichen Problemen andernorts geführt hätte“, sagte Göttingens Polizeidirektor Gerd Hujahn am Freitag der HAZ. Er bedauert das Ende des Verbots: „Es hatte sich bewährt.“

Für dieses Wochenende rechne die Polizei allerdings noch nicht mit Problemen, sondern eher im Sommer. „Nach Silvester ist Feiern erst mal abgefrühstückt“, vermutet Hujahn. Bei Ordnungswidrigkeiten könnten die Streifen zudem weiter einschreiten. Polizei und Verwaltung hatten sich für eine unbefristete Verlängerung des Verbots eingesetzt. Die Kritiker im Rat hielten die Daten zum Rückgang der Straftaten für zu ungenau. Das Verbot sei eine unverhältnismäßige Einschränkung.

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