Vorsorge

Alle Krebsfälle sollen gemeldet werden

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Foto: Künftig sollen in Deutschland alle Krebsfälle erfasst werden.

Hannover - In einem landesweiten Register sollen künftig alle Krebsfälle erfasst werden. Es geht nicht nur um die Diagnose, sondern auch Therapieverläufe.

Mehr als ein Drittel aller Frauen, die in Niedersachsen an Krebs erkranken, haben Brustkrebs. Bei den Männern ist Prostatakrebs die mit Abstand am häufigsten verbreiteteste Krebsart. Die Überlebenschancen in beiden Fällen sind allerdings gut: Bei Prostatakrebs liegen sie bei 93, bei Brustkrebs bei 86 Prozent. Auch bei Darmkrebs, der zweithäufigsten Krebsart, überleben fast zwei Drittel der erkrankten Patienten. Bei Lungenkrebs überleben nicht einmal ein Fünftel der Patienten.

Grundlage für diese Erkenntnisse ist der jüngste Jahresbericht des epidemiologischen Krebsregisters. Seit zehn Jahren werden in Niedersachsen Krebsfälle erfasst, zunächst nur in der Region Weser-Ems, seit 2003 flächendeckend. Ärzte können Erkrankungen melden, sofern die Patienten einverstanden sind. Eine Meldepflicht besteht nur für Pathologen, wenn ein Krebskranker gestorben ist. Die Regierungsfraktionen im Landtag wollen in den nächsten Wochen einen Gesetzentwurf beraten, der aus dem Melderecht eine Meldepflicht machen soll. Patienten sollen allerdings Widerspruch gegen die Veröffentlichung einlegen können. Krebs sei immer noch die Volkskrankheit Nummer 1, sagt die CDU-Abgeordnete Heidemarie Mundlos.

In dem epidemiologischen Register werden aber nur Erkrankungen festgehalten, nicht die Behandlungsmethoden. Eine Sprecherin des Sozialministeriums sagte, Ziel sei es, regionale oder zeitliche Krebshäufungen etwa in der Nähe von Atommülllagern frühzeitig zu erkennen.

Der Verlauf von Therapien und Erfolg von Behandlungsmethoden wird in den sogenannten klinischen Registern notiert, wie es etwa das Universitätsklinikum Göttingen seit fast 20 Jahren führt. Mediziner fordern seit Langem ein landesweites klinisches Register zur besseren Kontrolle, wie es Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) anstrebt.

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