Unglück in Itzehoe

Alte Gasleitungen Schuld an Explosion

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Foto: Ein Gasleck soll die Explosion in Itzehoe verursacht haben.

Itzehoe - Die Ursache der Explosion in Itzehoe mit vier Toten ist nach einem Medienbericht möglicherweise geklärt. Das Haus sei mit alter Technik an die Gasleitung angeschlossen gewesen. Vieles deute darauf hin, dass es deshalb zu einem Gasleck gekommen sei.

Das berichteten die „Kieler Nachrichten“ am Freitag.

Ein Bagger hatte am Montag in der Straße gearbeitet, Anwohner wollen Gas gerochen haben. Eine Dichtigkeitsprüfung der Itzehoer Stadtwerke habe ergeben, dass die Straßenleitung und die Anschlussleitung bis ins Haus in Ordnung ist.

Die Energieversorger fügten aber erst seit etwa 30 Jahren in die Hausanschlussleitung eine Sollbruchstelle ein und befestigten das Rohr mit einem Maueranker an der Wand. „So etwas gab es an diesem Haus noch nicht“, sagte Manfred Tenfelde, Geschäftsführer der Stadtwerke, dem Blatt.Wie die Zeitung weiter berichtete, hat ein externer Experte ermittelt, dass Vibrationen eines Baggers auf der Straße oder eine Berührung der Straßenleitung mit der Baggerschaufel dazu geführt haben könnten, dass die Leitung im Haus am Hauptabsperrventil abriss. In diesem Fall habe das Gas in den Keller strömen und sich dort sammeln können, zitierte die Zeitung den Experten. Die Betätigung eines Lichtschalters hätte das Gas dann zünden können, hieß es weiter.

500 Menschen trauern um Opfer

Am Donnerstag haben etwa 500 Menschen in einer Trauerfeier der Opfer gedacht. Der Propst des Kirchenkreises, Thomas Bergemann, leitete den ökumenischen Gottesdienst, der mit dem Lacrimosa aus Mozarts Requiem begann. Die Trauerfeier stand unter dem Motto „Wie sollen wir es fassen“. Unterdessen ist die Ursache des Explosionsunglücks nach einem Medienbericht möglicherweise geklärt.

Gesprochen wurde in der Kirche wenig und wenn, dann leise. „Dieses ganze Leid ... es ist immer wieder furchtbar“, flüsterte ein Feuerwehrmann. „Lieber Ronny und Krishi, kann es nicht fassen, auf einmal seid ihr nicht mehr da“, hat jemand ins Kondolenzbuch geschrieben. Ein anderer nur ein einziges Wort: „Warum?“. Eine Frau reicht dem Pastor die Hand zur Begrüßung und sagt: „Ich bin froh, dass ich noch lebe“.

Um möglichst vielen Trauernden Platz zu geben, hatte die Gemeinde im Vorraum und in den Seitenschiffen der St. Laurentii-Kirche zusätzliche Stühle aufgestellt. Für die Landesregierung kam Staatssekretär Bernd Küpperbusch. Unter den Trauergästen war auch Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen. In Gedenken an die Opfer waren am Donnerstag die Fahnen an den Gebäuden der Landesbehörden im Norden auf halbmast gesetzt worden.

dpa/mhu

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