#YesAllWomen

Amoklauf aus Frauenhass löst Debatte aus

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Foto: Eine kalifornische Studentin schreibt auf eine Wand der Erinnerung nahe der Stelle, an der ein US-Student bei einem Amoklauf sieben Menschen tötete und 13 verwundete.

New York - Sechs Menschen hat ein Student in Kalifornien getötet. Sein Motiv: Frauenhass. Bei Twitter hat die Tat eine heftige Debatte über Gewalt gegen Frauen ausgelöst.

Nicht nur in den USA selbst, weltweit hat der jüngste Amoklauf inKalifornien die Menschen aufgeschreckt. Neben der Diskussion über die tödlichen Schüsse in Kalifornien selbst, wird über Twitter eine hitzige Debatte über Gewalt gegen Frauen geführt. Seit rund einer Woche rauschen dort unter dem Hashtag #YesAllWomen sekündlich neue Kommentare durchs Netz. Nutzerinnen berichten von eigenen negativen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, von der Gewalt gegen sie und von den Reaktionen ihres Umfelds.

Entzündet hatte sich die Diskussion am vergangenen Wochenende an dem „Manifest“ des Studenten Elliot Rodger, der am Freitag sechs Menschen getötet haben soll, bevor er sich mit einer Pistole selbst umbrachte. Detailliert berichtet der 22-Jährige davon, Rache an Frauen nehmen zu wollen, die sich seinen Annäherungsversuchen widersetzt haben. „Ich werde alle Frauen vernichten, weil ich sie nie werde haben können. Ich werde sie alle dafür leiden lassen, dass sie mich zurückgewiesen haben“, schrieb er in dem von der „New York Times“ veröffentlichten und knapp 144 Seiten langen Text.

Drei Mitbewohner erstach Rodger, bevor er sich in seinen Wagen setzte, zwei junge Studentinnen sowie einen weiteren Studenten erschoss und mindestens acht weitere Menschen verletzte. Die verstörenden Einzelheiten von Rodgers Frauenhass haben seitdem eine Online-Debatte über geschlechtsspezifische Gewalt entfacht, die Frauen jeden Tag erleiden. Mehr als eine Million Mal haben Frauen aus zahlreichen Ländern unter #YesAllWomen Kurznachrichten gepostet und retweetet.

Das „Manifest“ Rodgers vermittele den Eindruck, als wenn Frauen diesem etwas geschuldet hätten, und weil er es nicht bekommen habe, sei er wütend auf die Frauen geworden, sagte die Feministin und Historikerin Rebecca Solnit in einem Interview des US-Politikmagazins „Democracy Now“. Die Twitter-Diskussion sei auch eine Antwort auf Rodgers' Darstellung von Frauen und der Reaktion vieler Männer, dass sie seine Sichtweise nicht teilten. „Wir wissen, dass nicht alle Männer Vergewaltiger und Mörder sind, aber alle Frauen sind betroffen von diesen.“

Ganz ähnlich sehen das offenbar auch einige Twitter-User. So schrieb eine: „#YesAllWomen ist notwendig, denn wenn man erfährt, wie vielen Frauen das Gleiche passiert ist, fühlt man sich nicht länger alleine und beschämt.“

dpa

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