Tödliche Prügelei am Alexanderplatz

Angeklagter weist im Fall Jonny K. jegliche Schuld von sich

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Foto: Der 19-Jährige Angeklagte Onur U. möchte Jonny K. „weder geschlagen noch getreten“ haben. Eine dementsprechende Erklärung las sein Anwalt am Montag vor Gericht vor.

Berlin - Jonny K. wird im Oktober 2012 in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes mit Tritten und Schlägen attackiert - wenig später stirbt er an Gehirnblutungen. Die mutmaßlichen Angreifer müssen sich nun vor Gericht verantworten, einer der Angeklagten wies jegliche Schuld von sich.

Nach der tödlichen Prügelattacke auf einen 20-Jährigen am Berliner Alexanderplatzes haben am Montag zunächst vier der sechs Verdächtigen ihre Verstrickung bereut. „Jonnys Tod hat mich sehr berührt, ich bin fassungslos“, erklärte der älteste Angeklagte über seinen Anwalt. „Ich habe schweres Leid über die Familie gebracht“, so der 24-Jährige.

Bisher haben die Angeklagten vor dem Berliner Landgericht teilweise Schläge oder Tritte eingeräumt. Nur der 19-Jährige, in dem die Staatsanwaltschaft die treibende Kraft des Gewaltexzesses sieht, bestritt durch seinen Anwalt. Er habe Jonny weder geschlagen noch getreten. Er habe mit dem Tod von Jonny K. nichts zu tun, die anderen wollten alles auf ihn schieben, hieß es in der Erklärung weiter.

Vier Angeklagten wird gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge, den anderen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Für den Tod des 20-Jährigen haben die bisher vernommenen Angeklagten zum Teil eine moralische Schuld auf sich genommen.

Der junge Berliner Jonny K. war in der Nacht zum 14. Oktober vor einem Lokal nahe dem Alexanderplatz von Schlägern so heftig attackiert worden, dass er einen Tag später an Gehirnblutungen starb. Der Gewaltexzess hatte deutschlandweit Entsetzen und eine Debatte über Jugendgewalt ausgelöst. Auch ein Freund von Jonny K. war schwer verletzt worden.

Die Schwester des Opfers, Tina K., tritt als Nebenklägerin auf. „Ich will wissen, wer schuld ist“, sagte die 28-Jährige vor Prozessbeginn. „Ich hoffe, dass das nie wieder passiert. Die Tat ist nicht zu entschuldigen“, kommentierte Tina K. die Aussagen der Verdächtigen.

dpa

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