Tumulte im Hildesheimer Landgericht

Angeklagter wird mit Schuh beworfen

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Foto: Im Hildesheimer Landgericht kam es am Donnerstag zu Tumulten im Gerichtssaal.

Hildesheim - In einem Mordprozess vor dem Hildesheimer Landgericht ist der Angeklagte von libanesischen Zuschauern mit einem Schuh beworfen und bespuckt worden.

Bei einem Mordprozess im Hildesheimer Landgericht ist es am Donnerstag erneut zu Tumulten gekommen. Auf den Angeklagten wurde von Familienangehörigen des Opfers ein Schuh geworfen - unter Arabern ein Ausdruck äußerster Verachtung. Angeklagt ist ein 28-jähriger Deutscher. Er soll einen Mann aus dem Libanon getötet haben. Die libanesische Großfamilie verfolgt von den Zuschauerreihen aus jeden Prozesstag.

Wegen früherer Tumulte im sogenannten Ampelmordprozess hat das Landgericht schon Sicherheitskontrollen angeordnet. So muss jeder Besucher Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren passieren, bevor er überhaupt den Landgerichtssaal 134 betreten darf. Die Vorkehrungen sind nicht ohne Grund: Die Angst vor Blutrache steht unausgesprochen im Raum.

Am Donnerstag wurden die Besucher, größtenteils die libanesische Familie des Opfers, plötzlich sehr unruhig im Gerichtssaal. „Erst flog vormittags ein Schuh in Richtung des Angeklagten, dann bespuckte mittags ein Zeuge den 28-jährigen Angeklagten“, berichtete ein Gerichtssprecher. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim wirft dem 28-Jährigen, mehrfach verurteilten Deutschen vor, im November vergangenen Jahres den Hamelner Mahmut K. (25) getötet zu haben - heimtückisch und aus Habgier. Es ging um Geld- und Drogengeschäfte. Der Vater des Opfers tritt als Nebenkläger auf. In seiner Zeugenaussage sprach der Vater des Opfers am Donnerstag bereits beharrlich von dem „Mörder“.

Renate Klink

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