Polizei muss 17-Jährige schützen

40 Angreifer folgen Selbstjustiz-Aufruf

Wilhelmshaven - Unter großem Personaleinsatz hat die Polizei in Wilhelmshaven eine Massenschlägerei verhindert. Rund 40 Menschen waren am Mittwochabend einem Aufruf zur Selbstjustiz bei Facebook gefolgt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, richtete sich der Aufruf gegen ein 17-jähriges Mädchen.

Die Angreifer hatten sich im Internet dazu verabredet, das Mädchen zu Hause aufzusuchen und zusammenzuschlagen. Die Polizei verhinderte das mit einem Großaufgebot. Sie sperrte das Haus des Mädchens ab und erteilte Platzverweise.

Die 17-Jährige soll bereits am Montag gemeinsam mit drei weiteren Angreifern, zwei Mädchen und einem Jungen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, eine 14-Jährige ausgeraubt haben. Das Mädchen wurde von den Jugendlichen auf einer Eisenbahnbrücke in Wilhelmshaven abgefangen, geschlagen und ins Gesicht getreten, als es bereits am Boden lag. Die 17-Jährige nahm das Mobiltelefon der 14-Jährigen an sich. Es wurde noch am selben Abend bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt. Auch die anderen drei jugendlichen Angreifer sind der Polizei bekannt. Gegen alle vier wird wegen Raubes und Körperverletzung ermittelt. Das Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden, konnte inzwischen aber wieder nach Hause gehen.

Zu dem Aufruf zur Selbstjustiz war es gekommen, weil Passanten den Überfall vom Montag beobachtet und mit ihren Handys gefilmt hatten. Die Bilder wurden ins Internet gestellt, woraufhin öffentlich dazu aufgerufen wurde, die 17-Jährige aufzusuchen. Das verhinderte die Polizei.

Die Beamten haben nun weitere Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet. Sie richten sich gegen die Passanten, die die Raubtat mit ihren Handys aufgenommen hatten. Ihnen wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Die Videosequenzen aus dem Internet hat die Polizei sichergestellt.

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