Haftbefehl gegen Mitbewohner

Tod von Asylbewerber in Dresden aufgeklärt

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Dresden - Offensichtlich war es kein Mord mit fremdenfeindlichen Hintergrund: Am Donnerstag ist in Dresden ein Mitbewohner desam 13. Januar erstochenen Khalid I. festgenommen worden. Ebenso wie der Getötete ist er ein Asylbewerber aus Eritrea. Als Motiv gab er einen Streit über die Haushaltsführung an.

Der 26-Jährige stehe in dringendem Verdacht, Khaled I. am Montagabend vergangener Woche im Innenhof des Wohnhauses durch mehrere Messerstiche in den Hals tödlich verletzt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit. Der Beschuldigte legte demnach ein Geständnis ab. Als Motiv habe er in der Vernehmung angegeben, dass ein Streit über die Haushaltsführung eskaliert sei.

Gegen den 26-Jährigen, der wie das Opfer aus Eritrea stammt, wurde durch das Amtsgericht Dresden Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Zu der Festnahme habe vor allem die Auswertung von DNA-Spuren an der mutmaßlichen Tatwaffe geführt, erklärte die Justizbehörde.

Khaled I. war am Dienstagmorgen vergangener Woche von Passanten tot am Hintereingang seines Wohnhauses in einem Dresdner Plattenbaugebiet gefunden worden. Zunächst hatte die Polizei keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung gesehen. Die Obduktion zeigte dann allerdings, dass der Mann durch mehrere Messerstiche starb. Diese Entwicklung sorgte für erheblichen Wirbel. Die Mordkommission wurde wegen des Falls auf 25 Beamte aufgestockt.

Der getötete Asylbewerber hatte seit September vergangenen Jahres in Dresden gewohnt. Er lebte in einer Wohnung gemeinsam mit sieben anderen Asylbewerbern aus Eritrea. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Sachsen, die die jungen Afrikaner betreut, hatte vergangene Woche von Hakenkreuzschmierereien im Hausaufgang zur Wohnung der Asylbewerber berichtet. Auch soll Anfang Januar gegen die Tür der Vier-Raum-Wohnung getreten worden sein, in der Khaled I. lebte. Daher wurde auch über einen möglichen rassistischen Hintergrund der Tat spekuliert.

afp

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