AKW Grohnde

Atomtransport trifft nach Protesten in Grohnde ein

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Foto: Der Atomtransport ins AKW ist ohne größere Zwischenfälle beendet worden.

Nordenham - Schlauchboote, Protestrufe und eine Straßensperre – zahlreiche Atomkraftgegner haben am Wochenende gegen den umstrittenen Transport von plutoniumhaltigen Brennstäben durch Niedersachsen protestiert. Diese haben das Kernkraftwerk Grohnde inzwischen erreicht.

Begleitet von Protesten hat ein umstrittener Atomtransport das Kernkraftwerk Grohnde erreicht. In der Nacht zu Montag erreichten die mit acht Brennstäben beladenen Spezial-Lastwagen ihr Ziel. Ein Schiff hatte die plutoniumhaltigen Brennelemente aus dem britischen Sellafield am Sonntag nach Nordenham gebracht. Rund 1300 Polizisten waren im Einsatz, um den Transport über Wasser und an Land zu schützen.

Bis Ende des Jahres ist noch ein zweiter Transport aus Sellafield mit acht Brennelementen zum Eon-Kraftwerk in Grohnde geplant. Eine Sprecherin des Energieversorgers sagte in der vergangenen Woche, dass dieser im November erwartet wird. Plutoniumhaltige Brennstäbe sind nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministerium seit Ende der 80er Jahre nicht mehr über niedersächsische Häfen umgeschlagen worden.

Atomkraftgegner demonstrierten am Wochenende im Hafen von Nordenham und vor dem Atommeiler in Grohnde bei Hameln gegen den Transport der in Sellafield wiederaufbereiteten Brennstäbe. Die Polizeidirektion in Oldenburg, die den Einsatz koordinierte, sprach von weitgehend friedlichen Aktionen. Acht Menschen kamen vorrübergehend in Gewahrsam.

Von den aus Atommüll gewonnenen Mischoxid-Brennstäben (MOX) geht nach Ansicht von Umweltschützern ein unkalkulierbares Risiko aus, weil sie stärker strahlten und ihre Temperatur schlechter zu regulieren sei. In der vergangenen Woche hatte die „Atlantic Osprey“ Großbritannien mit der gefährlichen Fracht verlassen. Seither waren Polizei und Atomkraftgegner in Alarmbereitschaft.

Bereits an der Wesermündung versuchten Greenpeace-Mitglieder, von Schlauchbooten aus auf das Schiff zu klettern. Das konnte die Wasserschutzpolizei jedoch verhindern. In Nordenham umkreiste die Umweltschutzorganisation die „Atlantic Osprey“ erneut mit Booten, um den Frachter nach Angaben der Polizei am Anlegen zu hindern. Gegen acht in Gewahrsam genommene Demonstranten wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

An Land blieb es bei den Demonstrationen in Nordenham und dem Emmerthaler Ortsteil Grohnde ruhig. Seit Freitag hatten sich Gegner vor dem Atomkraftwerk zu einer Mahnwache versammelt. Sie blockierten eine Zufahrt mit einem mehrere Meter hohen Holzgestell, an dem sich eine Frau festkettete. Die Lastwagen konnte sie dadurch aber nicht stoppen. „Der Transport ist eine andere Strecke gefahren“, sagte ein Polizeisprecher.

dpa/sag

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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