Frachter mit Kernbrennstäben

Atomtransporter legt in Nordenham an

+
Foto: Das Transportschiff "Atlantic Osprey" mit trifft begleitet von Polizei- und Greenpeacebooten in Nordenham ein.

Nordenham - Der mit plutoniumhaltigen Kernbrennstäben beladene Frachter hat am Sonntagnachmittag in Nordenham angelegt. Er war sofort von zwölf Schlauchbooten der Umweltschutzorganisation Greenpeace umgeben, sagte eine Sprecherin der Organisation.

Etwa 50 Demonstranten beteiligten sich nach ihren Angaben an der Aktion. Zuvor hatten nach Polizeiangaben ebensoviele Menschen friedlich gegen den Transport protestiert. Von Nordenham aus sollen dann 16 Brennelemente aus dem britischen Sellafield mit zwei Spezial-Lastwagen zum Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln transportiert werden. Der Transport sollte nach Angaben einer Polizeisprecherin am Montag Grohnde erreicht haben.

Gegner des umstrittenen Transports waren bereits am späten Sonnabend zu Mahnwachen nach Nordenham und Grohnde gekommen. Von den Brennstäben geht ihrer Ansicht nach ein großes Risiko aus.

In Nordenham hatten sich nach Polizeiangaben knapp drei Dutzend Menschen versammelt. Einige von ihnen waren mit Kajaks und Schlauchbooten auf der Weser unterwegs. Knapp 60 Demonstranten waren nach Polizeiangaben zum Atomkraftwerk in Grohnde gekommen. Sie hatten nach Angaben von Tobias Darge, einem Sprecher der „Regionalkonferenz Grohnde abschalten“ Zelte aufgebaut. Auf Transparenten stand unter anderem „Verantwortung heißt abschalten.“

Die „Atlantic Osprey“ transportiert bereits die Spezial-Lastwagen mit den 16 Brennelementen. Diese Fahrzeuge sollen sich nach Polizeiangaben zügig auf den Weg Grohnde machen, wo der Energiekonzern Eon ein Atomkraftwerk betreibt.

Die sogenannten Mischoxid-Brennelemente (MOX) für Grohnde enthalten hochgiftiges Plutonium und stellen nach Ansicht von Greenpeace-Sprecher Heinz Smital ein unkalkulierbares Risiko dar.

Anfang der Woche hatten der Kreis Wesermarsch und die Stadt Nordenham in einer Resolution den Stopp des Atomtransports gefordert. Alle Anträge für Kernbrennstofftransporte landen beim Bundesamt für Strahlenschutz, das deren Sicherheit prüft. „Werden alle Voraussetzungen erfüllt, müssen wir eine Genehmigung erteilen. Der Antragsteller hat dann einen Rechtsanspruch darauf“, sagte Sprecher Florian Emrich. Ist ein Transport also erstmal genehmigt, kann er ohne weiteres nicht mehr aufgehalten werden.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare