Gefährliche Darmkrankheit

Auch Tiere kommen als EHEC-Überträger in Betracht

- Auf Gurken aus Spanien ist das EHEC-Bakterium bereits gefunden worden. Experten gehen davon aus, dass es noch weitere Überträger gibt und forschen fieberhaft danach. Nun ziehen sie auch Tiere als mögliche Ansteckungsquelle in Betracht.

Bei der Suche nach der Quelle des EHEC-Ausbruchs halten Experten auch eine Übertragung über Tiere theoretisch für denkbar. „Es könnten Tiere infiziert sein. Es können aber auch Menschen als Überträger in Betracht kommen“, sagte Prof. Helge Karch vom Universitätsklinikum Münster (UKM) am Dienstag. Diese Möglichkeiten müssten nun überprüft werden. Möglicherweise könnten Menschen den Keim in sich tragen, ohne dass es zum Ausbruch komme. Es müsse auch der Frage nachgegangen werden, ob entlassene EHEC-Patienten den Keim noch weiter ausscheiden.

Karchs Team stellte einen Schnelltest vor. Er klärt innerhalb von vier Stunden, ob es sich um den EHEC-Erreger HUSEC041 (O104:H4) handelt. Dieser Stamm ist für den aktuellen Ausbruch verantwortlich. „Der Test kann auch bei Lebensmitteln eingesetzt werden“, sagte Karch. „Mit dem Schnelltestverfahren können wir den Ausbruchsstamm sicher identifizieren“, sagte Karch. „Das Testergebnis ist sehr sicher.“ Das UKM hat die Anleitung für den Test nicht patentiert, sondern ins Internet gestellt. „Jedes Labor kann dieses Rezept nachkochen“, so Alexander Mellmann von Karches Institut für Hygiene.

Damit lasse sich der Erreger bei Patienten je nach Laborbedingungen in vier Stunden bis zu einem Tag nachweisen. Bei Gemüse sei ebenfalls bis zu ein Tag nötig.

Der EHEC-Stamm, der die aktuelle Erkrankungswelle ausgelöst hat, trat nach Angaben von Karch vor zehn Jahren bereits einmal in Deutschland auf. HUSEC041 sei im Jahr 2001 bei einem Geschwisterpaar in Köln nachgewiesen worden. Er habe seither in Mutationen seine Resistenz gegen Antibiotika ausgebaut. Und: „Der neue Stamm ist zwei bis dreimal toxischer als der Ursprungsstamm von 2001.“

dpa

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