42 Verletzte in Magdeburg

Auffahrunfall mit Straßenbahn gibt Rätsel auf

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Noch ist unklar, wie es zu dem Auffahrunfall zweier Magdeburger Stadtbahnen kommen konnte.

Magdeburg - Auffahrunfall mit der Straßenbahn - 24 Menschen werden verletzt, der Sachschaden beträgt mehr als eine Million Euro. Ermittler müssen nun klären, warum die Bahn nicht rechtzeitig stehenblieb.

Fensterscheiben sind in tausende kleine Teile zersplittert, der Fahrerplatz ist demoliert und am Boden der Straßenbahn klebt Blut. Mit hoher Wucht hat eine Straßenbahn amFreitag in der Magdeburger Innenstadt eine gerade vor ihr an einer Haltestelle abfahrende Straßenbahn gerammt. Das schwere Fahrzeug springt aus den Schienen, 24 Menschen werden verletzt.

Helfer des Kriseninterventionsdienstes kümmern sich bereits kurz nach dem Unfall um die Fahrgäste.Einige Verletzte werden sofort mit Rettungswagen in Kliniken gebracht, auch zwei Hubschrauber werden gerufen. Polizisten sperren das Gelände weiträumig ab.

In der aufgefahrenen Straßenbahn legt sich ein Kind zum Ausruhen nach dem Schock quer über zwei Sitze, nur wenig entfernt hockt ein älterer Mann zusammengekauert auf einem Platz. InWorte fassen kann er das Unglück noch nicht. Verbände werden gelegt, auf dem Boden liegen wenig später blutrot getränkte Tücher.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist rätselhaft. Der 57 Jahre alte Fahrer der auffahrenden Straßenbahn habe auf andere Fahrzeuge achten müssen. "Es wird auf Sicht gefahren", erläutert die Sprecherin der Verkehrsbetriebe, Juliane Kirste. Auf der Strecke sind bis zu 50 Stundenkilometer erlaubt, im Haltestellenbereich hätte er aber bremsen müssen. "Das ist ein sehr tragischer Auffahrunfall", sagt Kirste.

Doch warum blieb die Bahn nicht rechtzeitig stehen? Hatte der Fahrer nicht aufgepasst? Haben die Bremsen versagt?Oder hatte der 57-Jährige plötzlich gesundheitliche Probleme, dass er nicht mehr reagieren konnte? Nähere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von der Befragung des Fahrers und einer genauen Untersuchung des Fahrzeugs. Dabei müsse auch geklärt werden, ob sich der Fahrer der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht habe, sagt PolizeisprecherinBeatrix Mertens.

Am frühen Nachmittag schaffen es Techniker, die aus dem Gleis gesprungene Straßenbahn wieder zurückzusetzen. Eine der beiden Bahnen kann aus eigener Kraft wegfahren, die andere wird abgeschleppt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf mehr als eine Million Euro. Glück im Unglück dürfte es gewesen sein, dass der Unfall sich nicht zur Hauptverkehrszeit, sondern erst gegen 11.20 Uhr ereignete. "Die Bahnen waren nicht voll besetzt, das war natürlich gut", sagt Kirste. Sonst wären womöglich noch deutlich mehr Menschen verletzt worden.

dpa

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