Zeitumstellung in der Nacht zum Sonntag

Nur für Aufgeweckte

+
Foto: Von Sonnabend auf Sonntag wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt.

- Zum Wochenende eine schlechte Nachricht: Sie haben eine Stunde weniger Freizeit. Denn in der Nacht zu Sonntag ist es wieder Zeit für die Sommerzeit, um Punkt zwei Uhr werden die Zeiger der Uhren eine Stunde vorrücken. Und das heißt: Am Montag fühlen sich viele irgendwie gerädert.

Der für viele unerfreuliche Impuls kommt aus Braunschweig, die dortige Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt steuert alle Funkuhren. Auch wenn mittlerweile 73 Prozent der Deutschen gegen die Zeitumstellung sind, hält die Bundesregierung unverdrossen am „Einheiten- und Zeitgesetz“ fest. Und dort heißt es in Paragraf 4 unmissverständlich: „Für den Zeitraum ihrer Einführung ist die mitteleuropäische Sommerzeit die gesetzliche Zeit.“

Dabei stammt die Idee, am Zeiger zu rücken, schon aus dem deutschen Kaiserreich. Erstmals wurden die Uhren 1916 um 60 Minuten vorgestellt, damit mehr Tageslicht für die Rüstungsproduktion zu Verfügung stand. Kriegsentscheidend war die Aktion nicht, erst 1947 (mehr Licht für den Wiederaufbau) und von 1980 an (Energiesparen) kam die Sommerzeit in Deutschland wieder ins Spiel. Seit 1996 stellen die Menschen aller EU-Länder einheitlich die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag eine Stunde zurück.

Mittlerweile ist aus dem Lichtbringer ein Auslaufmodell geworden, Russland wird in diesem Jahr erstmals bei der Winterzeit bleiben. Wladimir Putin hatte in den vergangenen Jahren festgestellt, dass er morgens einfach schlechter auf Touren kommt. Und als Präsident hat er Zeit und Macht genug, den Mini-Jetlag zu beenden. In Deutschland dagegen werden sich viele wieder verzweifelt Eselsbrücken bauen: die Uhr vor- oder zurückstellen? Etwa mit der Vorstellung, dass im Sommer die Gartenmöbel auf die Terrasse müssen. Wem das zu kompliziert ist, der sollte eine einfache Regel befolgen: Morgen ist, wenn der Wecker klingelt.

von Harald John

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare