Hamburg und Celle

Ausschreitungen zwischen Kurden und Muslimen

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Nach Ausschreitungen zwischen Kurden und radikalen Muslimen in Hamburg sind acht Menschen schwer verletzt.

Hamburg - Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und jesidischen Gruppen sowie Muslimen sind in Hamburg und Celle mehr als 20 Menschen verletzt worden. Großaufgebote von Polizisten trennten die Parteien und wurden dabei auch selbst attackiert. Die Beamten setzten Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer ein.

In Hamburg kam es am Abend nach einer Demonstration von Kurden in Zusammenhang mit der Lage in der nordsyrischen Stadt Kobane der Polizei zufolge zu Konfrontationen zwischen "mutmaßlich" kurdischen Gruppen sowie radikal-islamischen Salafisten in der Nähe einer Moschee im Stadtteil St. Georg. Den Angaben der Beamten zufolge standen sich 400 teils mit Schlag- und Stichwaffen ausgerüstete Menschen gegenüber, die durch umfangreiche Polizeikräfte über Stunden voneinander getrennt werden mussten.

In den Straßen der Umgebung kam es dennoch immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten. Nach bisherigen Erkenntnissen seien dabei 14 Personen verletzt worden, davon vier schwer, teilten die Beamten in der Hansestadt am Mittwoch mit. Durch den Einsatz von Wasserwerfern sei es letztlich gelungen, die beiden Parteien in unterschiedliche Richtungen abzudrängen. Insgesamt 22 Personen wurden festgesetzt.

Im nordsyrischen Kobane stehen sich kurdische Soldaten und Anhänger der islamistischen IS in schweren Kämpfen gegenüber. Kurden in Deutschland demonstrieren seit Tagen für mehr Unterstützung für ihre Landsleute in Kobane.

Im niedersächsischen Celle standen sich unterdessen nach Angaben der Polizei ab Dienstagnachmittag mehrere hundert teils "hoch emotionale" jesidisch-stämmige Menschen sowie Muslime tschetschenischer Abstammung gegenüber. Beide Lager hätten bis spät in den Abend hinein die Auseinandersetzung gesucht und "durch das konsequente polizeiliche Einschreiten" am Vordringen gehindert werden müssen.

Dabei seien Beamte mit Knüppeln, Steinen und Flaschen attackiert worden, teilte die Polizei in Celle am Mittwoch mit. Die Beamten selbst hätten Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen müssen. Insgesamt seien neun Menschen verletzt worden, darunter vier Beamte.

Die Lage in Celle ist schon seit Tagen angespannt. Bereits am Montag war es in der niedersächsischen Stadt zu Schlägereien zwischen Jesiden und Tschetschenen gekommen. Wegen der neuen Zuspitzung am Dienstag waren dort zahlreichen Polizisten aus ganz Niedersachsen sowie aus Bremen zusammengezogen worden. Die religiöse Minderheit der Jesiden wird im Irak von Anhängern der islamistischen IS-Miliz bedroht und brutal verfolgt.

dpa

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