Er besuchte High School in Montana

Austauschschüler aus Hamburg in USA erschossen

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In den USA ist ein 17-jähriger Austauschschüler aus Hamburg erschossen worden.

Missoula - Tausende junge Deutsche reisen jedes Jahr als Austauschschüler in die USA. Für einen 17 Jahre alten Hamburger, der eine High School in Montana besuchte, endete die Reise tödlich. Die Polizei rätselt noch.

Ein deutscher Austauschschüler aus Hamburg ist im US-Bundesstaat Montana erschossen worden. Der 17-Jährige wurde am Sonntag in einer Garage in Missoula von einem Mann getötet, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte. Laut Polizei hatte der Schüler die Garage am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) betreten und einen Alarm ausgelöst. Daraufhin habe der Bewohner ihn mit einem Gewehr erschossen. Der Jugendliche blieb schwer verletzt liegen und starb später im Krankenhaus.

Der Junge besuchte seit dem vergangenen August die Big Sky High School der Stadt, wie Sprecherin Hatton Littman sagte. Die Polizei sagte, man habe den 29 Jahre alten Hausbewohner festgenommen, er befinde sich in Haft. Es sei aber noch keine Anklage gegen ihn erhoben worden. Zunächst hatten die Ermittler das Alter des Verdächtigen mit 30 angegeben.

Der Junge sei mit der US-Austauschorganisation Council on International Educational Exchange (CIEE) in die USA gekommen, sagte eine Sprecherin der Organisation der dpa. Die Schüler wohnen bei Gastfamilien, reisen in der Regel im Juli oder August an und bleiben für zehn Monate. Nach Angaben seines Hamburger Fußballvereins stand auch der 17-Jährige wenige Wochen vor seiner Rückreise nach Deutschland. Auch er wohnte in den USA bei einer Gastfamilie.

Er war sportbegeistert und beliebt bei Mitschülern sowie Mitarbeitern

„Es ist eine tragische Situation“, sagte der Vorsitzende des Schuldistrikts, Alex Apostle. Der Schüler habe die elfte Klasse besucht, in der Schulmannschaft Fußball gespielt und Sport geliebt: „Als er gelandet war, fragte er als erstes, wann wir unser Fußballtraining abhalten“, sagte Schulbezirkssprecherin Littman der Lokalzeitung „The Missoulian“.

„Er war begeistert, in den Vereinigten Staaten zu sein“, sagte Littman. „Er war bei Mitschülern und Mitarbeitern ein sehr beliebter Schüler.“ Der 17-Jährige sei türkischer Abstammung gewesen und habe die High School kulturell bereichert. Missoula hat rund 68000 Einwohner und liegt etwa zwei Autostunden entfernt von Helena, der Hauptstaat des Bundesstaats Montana an der kanadischen Grenze.

Seelsorger standen bereit, um sich um Freunde und Bekannte des Getöteten zu kümmern, wie „The Missoulian“ berichtete. Der Schulunterricht war am Montag wegen eines Weiterbildungs-Angebots ausgefallen. Die Seelsorger sollten dem Bericht zufolge am Dienstag und Mittwoch in die Klassen des 17-Jährigen kommen, um mit Lehrern und Mitschülern zu sprechen.

Der Fußballverein des Jugendlichen, SC Teutonia 1910 in Hamburg-Altona, reagierte mit Betroffenheit auf den Tod seines Spielers. „Wir sind alle ein bisschen sprachlos“, sagte Fußball-Abteilungsleiter Kadir Koz der Nachrichtenagentur dpa. Der Verein plant für diesen Mittwoch ein Benefizspiel zugunsten der Familie.

dpa

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