Titisee-Neustadt im Schwarzwald

Behindertenwerkstatt: Brandursache geklärt

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Foto: 14 Kerzen symbolisieren die 14 Menschen, die bei dem Brand in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt starben. Ursache für den Brand soll ein Gasofen gewesen sein.

Titisee-Neustadt - Ein Gasofen hat die Brandkatastrophe mit 14 Toten in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald verursacht. Es sei unkontrolliert Gas ausgetreten und verpufft, teilte Staatsanwalt Peter Häberle in Titisee-Neustadt am Dienstag mit. Bei dem Brand kamen 14 Menschen ums Leben.

Erst ein Knall. Dann die Katastrophe: Eine Werkstatt für Behinderte im Schwarzwald geht in Flammen auf. Für 14 Menschen eine Todesfalle. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft löste ein Gasofen, aus dem unkontrolliert Gas ausgetreten und verpufft war, den Brand aus. Warum das Gas austrat ist weiterhin unklar.

Nach Informationen der Polizei starben 14 Menschen, vermutlich an Rauchvergiftungen, acht weitere erlitten schwere Verletzungen. Die Verletzten sind außer Lebensgefahr, wie der Einsatzleiter der Polizei, Alfred Oschwald, am Montag bei einer Pressekonferenz in Titisee-Neustadt sagte. „Wir gehen davon aus, dass es keine weiteren Toten gibt.“ Das Gebäude sei durchkämmt. Niemand werde mehr vermisst. Unter den Toten seien Behinderte und Betreuer.

Bei Ausbruch des Brandes seien 120 Menschen in dem Gebäude gewesen, sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier. Die meisten hätten sich selbst retten können. Doch 14 Menschen seien in den Flammen und dem dichtem Rauch hilflos gewesen. Feuerwehrleute bargen ihre Leichen.

Alarmiert wurde die Feuerwehr durch eine Brandmeldeanlage in dem Gebäude. Kurz danach riefen zahlreiche Nachbarn über Notruf an und berichteten von dichtem Rauch. Als Feuerwehrleute eintrafen, seien ihnen schon viele Menschen in Panik entgegengelaufen. Etwa 300 Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten waren am Brandort im Einsatz.

Rettungshubschrauber flogen zur Unterstützung ein. In einer dramatischen Rettungsaktion bargen Feuerwehrleute mit schwerem Atemgerät zahlreiche Menschen aus dem brennenden und völlig verrauchten Gebäude. Als die Löschzüge eintrafen, fanden sie viele völlig panische Menschen vor. „Wir haben es mit Menschen zu tun, die naturgemäß nicht rational reagieren“, sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier.

Titisee-Neustadt liegt rund 40 Kilometer östlich von Freiburg im Breisgau. In der Caritas-Werkstatt arbeiten bis zu 120 Menschen mit Behinderungen. Für Gerettete, Angehörige und Einsatzkräfte richtete die Einsatzleitung einen Betreuungsstützpunkt ein. Dort kümmerten sich Psychologen um etwa 100 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) flogen umgehend mit einem Hubschrauber zum Unglücksort. Kretschmann wollte sich mit Innenminister Reinhold Gall (SPD) über die Lage informieren.

dpa/dapd/naw

Dieser Artikel wurde erneut aktualisiert.

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