Spekulationen

Wer bekommt den Friedensnobelpreis?

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Oslo, Friedensnobelpreis, Kandidaten, Helmut Kohl, - Bevor das Komitee heute in Oslo den Träger des Friedensnobelpreises bekannt gibt, kursieren zahlreiche Spekulationen über den möglichen Preisträger. Immer wieder genannt: Helmut Kohl. Was seine Chancen entscheidend mindert.

Schon wieder hat Bob Dylan den Literaturnobelpreis nicht bekommen, was kein gutes Omen für Helmut Kohl ist. Die Nichtberücksichtigung des US-amerikanischen Folk-Lyrikers beweist nämlich ein weiteres Mal, dass die hohen Nobel-Komitees von Stockholm und Oslo von einer eisernen Regel nicht abweichen: Wer einmal als ewiger Kandidat genannt worden ist, bleibt genau das, ein Kandidat nämlich.

Also wäre es eine wirkliche Sensation, wenn heute um 11 Uhr der Name des deutschen Altbundeskanzlers aus dem Umschlag gezogen würde. Seit der friedlichen Revolution und der folgenden Wiedervereinigung in Deutschland vor einem Vierteljahrhundert ist Kohl 24-mal als möglicher Kandidat, hin und wieder sogar als Favorit für den prestigeträchtigen Preis genannt worden. In diesem Jahr kursiert eine neue Variante, die etwas mit dem Momentum des Jubiläums zu tun hat. Kohl könnte, so wollen es die berühmten politischen Kreise in Berlin gehört haben, gemeinsam mit den Ostdeutschen ausgezeichnet werden. Wer „die Ostdeutschen“ darstellen soll, weiß freilich bislang niemand so recht.

Die norwegische Nobelpreisjury musste jedenfalls aus einer Rekordzahl von Kandidaten auswählen. 278 Namen enthält die Liste, die den Juroren seit Februar vorliegt. Neben Politikern sind auch frühere Favoriten wie die 17-jährige pakistanische Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai und umstrittene Anwärter wie der US-Whistleblower Edward Snowden nominiert. Als Mitfavoriten gehandelt werden auch der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege, der Agrarwissenschaftler Yuan Longping aus China, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und Papst Franziskus.

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