Terrormiliz droht Flüchtlingen

IS benutzt Bild von Aylan Kurdi für Propaganda

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Foto: Überall auf der Welt haben Zeichner und Graffiti-Künstler das Bild von Aylan Kurdis Leiche aufgegriffen – wie hier in Brasilien.

- Für den Islamischen Staat ist die Flucht aus Syrien und dem Irak eine Todsünde, denn sie kommt dem Abfall vom Islam gleich. Um Flüchtlingen zu drohen, schreckt die Terrormiliz sogar nicht davor zurück, das Bild des ertrunkenen Aylan Kurdi zu benutzen.

Das Foto des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi hat die Welt erschüttert – nun nutzt die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) das Bild für ihre Zwecke: Unter der Schlagzeile "Die Gefahren, das Land des Islam zu verlassen" haben die Extremisten das Bild in der jüngsten Ausgabe ihrer englischsprachigen Zeitschrift "Dabiq" veröffentlicht und wollen auf diese Weise Flüchtlinge vor der Flucht in den Westen warnen.

Der Artikel trägt den Titel "Die Gefahren, das Haus des Islam zu verlassen". Die Terrormiliz bezeichnet die Flucht aus Syrien und dem Irak darin als "schwere Sünde", denn sie komme einem Abfall vom Islam gleich. Sie sei der Weg zur Ungläubigkeit und das Tor zu Christentum, Atheismus und Liberalismus, heißt es in dem Artikel. Die Ausgabe des Magazins ist mittlerweile wieder aus dem Netz verschwunden. Screenshots des Artikel kursieren aber weiter online.

Der IS hatte im vergangenen Jahr weite Teile des Irak und Syriens überrannt und dort ein "Kalifat" ausgerufen. Die Gruppe ist für Gräueltaten wie Enthauptungen, Massentötungen, Folter, Sklaverei und Vergewaltigungen bekannt. Die Dschihadisten erklären, islamisches Recht umzusetzen, doch werfen viele Muslime der Gruppe vor, die Religion zu pervertieren. Zehntausende Syrer und Iraker sind aus Gebieten unter IS-Kontrolle geflüchtet.

Der Leichnam des dreijährigen Aylan Kurdi aus Syrien war am 2. September am Strand der türkischen Küstenstadt Bodrum gefunden worden. Das Bild hatte weltweit tiefe Bestürzung ausgelöst und dazu beigetragen, die internationale Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Flüchtlinge zu lenken.

afp/aks/are

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