Dutzende Kunstgegenstände

Brutale Attacke auf Berliner Museumsinsel: Aussage von Corona-Verschwörer Hildmann erscheint jetzt in neuem Licht

Auf der Berliner Museumsinsel sind Dutzende Kunstobjekte beschädigt worden. Der Vandalismus wurde verschwiegen. Welche Rolle spielt Attila Hildmann?

Berlin - Die Berliner Museumsinsel gilt mit ihren zahlreichen Exponaten seit 1999 zum Unesco-Weltkulturerbe. Jährlich besuchen das Museum Millionen Menschen.

Jetzt sind Dutzende Kunstwerke augenscheinlich mutwillig beschädigt worden. Offenbar wurden die Exponate bereits am 3. Oktober verwüstet, am Tag der Deutschen Einheit. Am Dienstagabend machten Zeit und Deutschlandfunk dies öffentlich. Das Blatt schreibt von einem „der umfangreichsten Angriffe auf Kunstwerke und Antiken in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands“.

Museum in Berlin: Dutzende Kunstobjekte beschädigt

Doch der Angriff sollte offenbar verschwiegen werden. Erst jetzt wurde er dank der Recherchen publik. Die Berliner Polizei bestätigte die Zerstörung, ebenso die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Dabei gehe es um rund 70 Objekte im Pergamonmuseum - dies war zur Zeit des Anschlags wegen der Corona-Pandemie* geschlossen -, dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie und an anderen Standorten. So sollen ein oder mehrere Täter - das ist noch nicht bekannt - eine ölige Flüssigkeit auf ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts gespritzt haben. Die Substanz hinterließ deutlich sichtbare Flecken.

Attila Hildmann verbreitete wirre Theorie über Museum in Berlin

Nachträglich lässt eine Aussage aufhorchen: Der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann, der im Mai vor dem Reichstag verhaftet worden war, als er gegen Maßnahmen zur Verbreitung des Coronavirus* protestierte, hatte im August und September über seinen öffentlichen Telegram-Kanal eine wirre Theorie verbreitet: Im Pergamonmuseum befinde sich der „Thron des Satans“ und es sei das Zentrum der „globalen Satanisten-Szene und Corona-Verbrecher“. Weiter schrieb Hildmann, der seit Längerem im Visier der Ermittler ist: „Hier machen sie nachts ihre Menschenopfer und schänden Kinder!“ Jetzt richtete sich Hildmann in einem wirren Aufruf via Telegram sogar an Nena und den Wendler*.

Noch ist nicht klar, ob es sich um sinnlosen Vandalismus oder um eine gezielte Tat handelt. Auch der geschichtsträchtige Tag, an dem der Anschlag verübt wurde, könnte nicht zufällig gewählt worden sein. Die Ermittlungen laufen. (mt) Merkur.de und wa.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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