EU-Gericht entscheidet

Berliner Zoo siegt im Markenstreit um Eisbär Knut

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Foto: Mit erhobener Tatze grüßte Eisbär-Baby Knut bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im Berliner Zoo das Publikum.

Luxemburg/Brüssel/Berlin - Tot, aber unvergessen: Im Frühjahr 2011 starb Eisbär Knut. Die Erinnerung an den Publikumsliebling ist noch heute bare Münze wert. Der Berliner Zoo hat im Streit um Markenrechte nun einen Sieg eingefahren.

Plüschtiere, Bücher, Spiele: Bei der Vermarktung des verstorbenen Eisbären Knut hat der Berliner Zoo einen Sieg vor dem EU-Gericht verbucht. Das britische Unternehmen Knut IP Management darf die Marke "Knut - der Eisbär" nicht nutzen, entschieden die Richter am Montag in Luxemburg (Rechtssache T-250/10). Es bestehe Verwechslungsgefahr mit der Marke "Knud", die sich der Berliner Zoo bereits frühzeitig gesichert hatte.

Damit bestätigten sie eine Entscheidung des EU-Markenamtes. Beide Marken enthalten den Vornamen Knud oder Knut, stellten die Richter fest. Verbraucher könnten die unterschiedliche Schreibweise leicht übersehen, die Namen seien zu ähnlich. Zudem sollten beide Marken vergleichbare Güter wie Sportartikel und Spielzeug bewerben. Der Berliner Zoo reagierte erleichtert auf die Entscheidung. "Wir sind froh", sagte Sprecherin Claudia Bienek.

Der Zoo werde jetzt aber keine neuen Verkaufsartikel zu Knut kreieren und in Umlauf bringen. Der im Dezember 2006 in Berlin geborene Knut war als knuddeliges Tierbaby rasch zum Medienliebling geworden. Nachdem seine Mutter den kleinen Eisbären verstoßen hatte, zog Tierpfleger Thomas Dörflein ihn mit der Flasche auf. Mehr als elf Millionen Besucher sahen Knut zu Lebzeiten. Auch Dörfleins Tod 2008 bewegte die Menschen. Knut erlag im März 2011 einer Virusinfektion im Gehirn.

Doch auch nach seinem Tod bleibt er seinen Anhängern im Gedächtnis: Die Bronzestatue "Knut - Der Träumer" erinnert vor Ort an den beliebten Bären, sein Präparat war jüngst im nationalen Naturkundemuseum der Niederlande in Leiden zu sehen. Gedenkmünzen und Schokoladenpackungen ziert das Tier gleichermaßen. Auch nach dem Urteil des EU-Gerichts könnte der Rechtsstreit noch weiter gehen. Die unterlegene britische Firma könnte den Fall vor die obere Kammer bringen, den Europäischen Gerichtshof.

Knut – Riesenrummel mit tragischem Ende

Babyeisbär Knut, im Dezember 2006 im Zoologischen Garten Berlin geboren, wurde schnell zum Zentrum eines riesigen Medienrummels. Von seiner Mutter Tosca ignoriert, zog Pfleger Thomas Dörflein das kleine Fellknäuel mit der Flasche groß. Knut (Markenzeichen: riesige Knopfaugen) lockte allein 2007 drei Millionen Menschen in den Berliner Zoo.

Von März bis Juli strömten täglich bis zu 15 000 Menschen zur „Knut-Show“. Kameraobjektive verfolgten jeden tapsigen Schritt des kleinen Eisbären, wenn dieser mit Ziehvater Dörflein im Gehege spielte. Die Medien machten Knut damit nicht nur in Deutschland, sondern weltweit bekannt. Bis zu seinem Tod 2011 wegen einer Virusinfektion hatten den tierischen Star, der mit fortschreitenden Alter nicht mehr ganz so niedlich aussah, mehr als elf Millionen Menschen besucht.

Außergewöhnlich war auch der Profit, der aus Knut geschlagen werden sollte. Nicht nur der Berliner Zoo verdiente Millionen an Eintritt, Fernseh- und Filmrechten oder Souvenirartikeln. Auch die Knut-Briefmarke ging innerhalb von wenigen Monaten fünf Millionen Mal über den Ladentisch. Der damalige Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wurde medienwirksam Pate des Bären. Ein Knut-Kinofilm allerdings floppte.

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