Kontrollen in Niedersachsen

Bio-Futter durch Pflanzenschutz verseucht?

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In Futtermittelproben wurde das Beizmittel Thiamethoxam und das Fungizid Metalaxyl nachgewiesen.

Hannover - Nach dem Fund in Mecklenburg-Vorpommern wird nun auch Lieferung nach Niedersachsen untersucht. Ursprung könnte aus der Ukraine stammender Bio-Sonnenblumenpresskuchen sein, der zunächst in die Niederlande und von dort nach Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern geliefert wurde.

Auch in Niedersachsen wird jetzt überprüft, ob Bio-Geflügelhöfe mit verseuchtem Futtermittel beliefert wurden. Nachdem in Mecklenburg-Vorpommern Hühnerfutter entdeckt wurde, das mit Pflanzenschutzmitteln kontaminiert war, kontrolliert das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), ob Lieferungen auch nach Niedersachsen gelangt sind. Ursprung könnte aus der Ukraine stammender Bio-Sonnenblumenpresskuchen sein, der zunächst in die Niederlande und von dort nach Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern geliefert wurde.

18 Bio-Eierhöfe im Land dürfen vorsorglich bis auf Weiteres ihre Eier nicht als Produkte aus ökologischer Landwirtschaft kennzeichnen. „Dies gilt erst einmal bis einschließlich Montag“, sagt Laves-Sprecherin Silke Klotzhuber. Wenn sich der Verdacht allerdings heute nicht bestätige, könne das Verbot auch schon früher aufgehoben werden.

Das für die Kontamination infrage kommende Futter wurde aus der Ukraine in die Niederlande geliefert. Dort wurden die rund 3400 Tonnen Futtermittel nach Aussage der Laves-Sprecherin in zwei Chargen eingeteilt. Eine Lieferung gelangte über Dänemark nach Mecklenburg-Vorpommern. In Futtermittelproben wurde dort laut Laves das Beizmittel Thiamethoxam und das Fungizid Metalaxyl nachgewiesen. Eine Gefährdung der Verbraucher sei nach jetzigem Stand aber auszuschließen, da bei „allen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführten Untersuchungen von betroffenen Eiern keine Rückstände der Pflanzenschutzmittel nachgewiesen werden konnten“.

Der zweite Teil der Lieferung wurde in den Niederlanden zu Mischfutter verarbeitet. Von dort gelangte das Futter an die 18 niedersächsischen Betriebe, die laut Laves im Durchschnitt zwischen 12.000 und 15.000 Legehennen haben. Die zuständigen Behörden in den Niederlanden hatten am vergangenen Montag die Bundesanstalt für Lebensmittel und Ernährung darüber informiert, dass auch niedersächsische Betriebe mit Futtermitteln beliefert worden sind, die den betreffenden Sonnenblumenkuchen enthielten. Das Unternehmen in Holland habe am vergangenen Montag mithilfe von eigenen Proben keine Verseuchung des Futters festgestellt, sagt Klotzhuber.

Das Laves überprüft in seinen Laboren das Ergebnis. Es sei vorstellbar, dass das Futter in den Niederlanden noch nicht verseucht gewesen sei, so die Sprecherin. Es könne auch auf dem Transport nach Dänemark oder dort in einem Lager kontaminiert worden sein.

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