Couragierte Politikerin

Birgit Breuel wird 75 Jahre alt

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Foto: Engagiert sich jetzt für eine Stiftung: Birgit Breuel.

Hannover - Sie holte die Expo nach Hannover – die frühere niedersächsische Wirtschaftsministerin und spätere Treuhand-Chefin Birgit Breuel wird an diesem Freitag 75 Jahre alt.

„Einfach ein großes Glück“ sei es, unbehelligt und unerkannt über die Straße oder einkaufen zu gehen, sagt Birgit Breuel: „Ganz normal.“ Das war keineswegs immer so im Leben der Hanseatin, die in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nur mit Personenschützern in die Öffentlichkeit gehen konnte - nachdem sie als Treuhand-Chefin das Erbe des ermordeten Karsten Rohwedder angetreten hatte. An diesem Freitag feiert die ehemalige Politikerin ihren 75. Geburtstag - „ganz normal“ im Kreise ihrer Familie in Hamburg.

Die kurze, präzise Art im Umgang mit Reporterfragen hat sie beibehalten. Es gehe ihr zum Glück gesundheitlich sehr gut, sagt sie und preist die Arbeit im Garten ebenso wie das Engagement für die Philip Breuel Stiftung - eine Einrichtung, die Birgit und Ernst Breuel zum Andenken an ihren früh verstorbenen Sohn gegründet haben. Der versuchte mit Kunsttherapie, benachteiligten Kindern auf die Beine zu helfen. Die Stiftung ist vorrangig in sozialen Brennpunkten in Hamburg tätig, etwa 500 Kinder würden betreut. Eine „wunderbare Beschäftigung“ sei das, sagt Birgit Breuel: „Näheres können Sie im Internet nachlesen.“

Als sie öffentlich aktiv wurde, gab es das Internet noch nicht - eigentlich schade, denn mit ihren kurzen Antworten wäre Birgit Breuel vermutlich eine gute Gesprächspartnerin für Twitter-Freunde. Doch nach ihrem Ausstieg aus der Politik hat sie, die als niedersächsische Wirtschafts- und später Finanzministerin (1978-1990) begann, sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Ebenso konsequent wie sie ihre politischen Aufträge umsetzte. Den Hannoveranern ist die Treuhand-Chefin a. D. als Expo-Generalkommissarin noch bestens in Erinnerung - als liebenswürdige Respektsperson.

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