Schwere Unwetter

Blitz und Donner über Deutschland

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Schwere Unwetter haben in der Nacht zum Freitag große Schäden angerichtet.

Hannover - Erst Hitze, dann heftige Gewitter: In der Nacht zu Freitag richteten Unwetter große Schäden an, mehrere Menschen wurden verletzt. Besonders der Süden traf es heftig, aber auch im Norden waren die Feuerwehren pausenlos im Einsatz.

Blitze und Sturm, Regen und Hagel: Unwetter haben auch in der Nacht zum Freitag die Feuerwehren in Atem gehalten. Quer durch Deutschland berichteten die Einsatzkräfte von vollgelaufenen Kellern, überschwemmten Straßen und Blitzeinschlägen. Viele Straßen waren zeitweise blockiert oder gesperrt. Umstürzende Bäume und herumfliegende Äste verletzten mehrere Menschen, manche von ihnen schwer. Auch im Bahnverkehr gab es wegen beschädigter Oberleitungen und blockierter Gleise Störungen. In der Nacht beruhigte sich die Wetterlage. Vorläufige Bilanzen aus einzelnen Regionen verwiesen auf große Schäden.

Im Emsland liefen laut Polizei Osnabrück zahlreiche Keller mit Wasser voll, die Notaufnahme des Klinikums Emsland konnte zwischenzeitlich nicht mehr angefahren werden. In Esens (Landkreis Wittmund) brannte ein Wohnhaus nach einem Blitzeinschlag, teilte die Polizei in Aurich mit. In Bremen liefen Tunnel voll, zahlreiche Bäume stürzten um. Die Besucher des Hurricane-Festivals in Scheeßel (Landkreis Rotenburg (Wümme)) mussten ihre Zelte bei Regen und Gewitter aufbauen. Nach Auskunft von Feuerwehr und Polizei gab es keine Verletzten.

Im niederbayerischen Kollnburg wurde ein Quadfahrer vermutlich von einem herumfliegenden Ast getroffen und schwer am Kopf verletzt, teilte die Polizei mit. In Südhessen verletzte ein umstürzender Baum einen Autofahrer schwer. In Rheinland-Pfalz verursachte ein auf die Straße gewehter Ast einen Auffahrunfall, bei dem ein Mensch schwer verletzt wurde. Glück hatte dagegen eine Autofahrerin im baden-württembergischen Plankstadt, deren Wagen beim Fahren von einem Kindertrampolin getroffen wurde. Sie blieb unverletzt. Der Sturm hatte das Trampolin über eine Mauer gehoben.

Den Süden Deutschlands traf es am Donnerstagabend besonders heftig. Alleine bei der Feuerwehr im Landkreis Karlsruhe gingen zwischen 21.00 Uhr und 23.00 Uhr rund 650 Notrufe ein. Mehrere Bäume fielen auf Autos, dabei wurden zwei Menschen leicht verletzt. In der Oberpfalz in Bayern schlugen mehrere Blitze in Häuser ein. Weil die Verkabelung ihrer Häuser beschädigt war, erlitt ein Mann einen Stromschlag, ein anderer eine leichte Rauchvergiftung. Ein weiterer Mann wurde verletzt, als ein Blitz ins Nachbarhaus einschlug. Er hatte sich im Garten aufgehalten.

In Berlin entgleiste eine S-Bahn, als sie einen über die Schienen gestürzten Baum rammte. Die Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davon. Auch an anderen Stellen blockierten Bäume die Gleise. Etwa 1000 Feuerwehrleute waren in der Nacht zum Freitag im Dauereinsatz, wie ein Feuerwehrsprecher am Morgen mitteilte.

Nach den heftigen Unwettern am Donnerstag beruhigte sich die Lage in der Nacht in NRW weitgehend. In Bielefeld steckten allerdings sieben Autos in einer überschwemmten Unterführung fest. Eine Frau wurde per Schlauchboot von ihrem Autodach gerettet. Vielerorts - so im Sauerland und im Münsterland - waren die Feuerwehren auch am Freitagmorgen noch damit beschäftigt, die Schäden der Unwetter vom Vortag zu beseitigen. Im münsterländischen Dülmen war am Donnerstag ein 80-Jähriger beim Arbeiten gegen eindringendes Wasser in einem Keller gestorben.

Auch Thüringen hatte mit Blitzen und Regen zu kämpfen. Vor allem Kreis Weimarer Land waren Straßen überschwemmt. Am Morgen war nach Angaben der Geraer Polizei alles wieder abgeflossen. In Sachsen mussten mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume und angespülten Schlamms gesperrt werden. In Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt meldete die Polizei Stromausfälle.

Nun dürfen die Deutschen mit Blick aufs Wetter aber erst einmal aufatmen. Am Freitag werde es im Westen deutlich kühler, nur östlich der Elbe seien noch mit Temperaturen über 25 Grad zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst in der Nacht zum Freitag mit. Unwetterwarnungen gab es am Freitagmorgen keine mehr.

„Das ist hier ein bisschen wie Wattwandern“

Unwetter mit Starkregen haben das Gelände des Hurricane-Festivals in Scheeßel in eine Matsch- und Schlammwüste verwandelt. Campingplätze sind aufgeweicht, Parkplätze teilweise unpassierbar. "Das ist hier ein bisschen wie Wattwandern", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp am Freitag. Rund 50 000 Besucher des bis Sonntag dauernden Festivals seien bereits in der Kleinstadt im Kreis Rotenburg angereist, mehr als 70 000 werden erwartet. "Wir müssen mal sehen, wie wir das hinkriegen. Ich würde nicht mehr mit dem Auto hier eintrudeln", meinte van der Werp.

dpa

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