„bunt und bliede“ macht Lust aufs Emsland

Blühende Landschaften in Papenburg

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Garten in Gelb-Weiß: Derzeit blühen die Tulpen in Papenburg. Doch nicht alles ist tatsächlich rein pflanzlich, wie die Frauenskulptur im Beet und die Blume im unteren Bild zeigen.

Papenburg - Für die fünfte niedersächsische Landesgartenschau hat sich Papenburg schick gemacht – und hofft, dass das viele sehen. Bislang sind die Macher der Ausstellung mit der Resonanz mehr als zufrieden. Ein Gartenbesuch.

Wat moij, de planten und bloemen. Sie sprießen, blühen und duften, eigentlich überall in Papenburg. Die emsländische Kleinstadt, die rechts vom Kanal und links vom Kanal liegt, hat sich herausgeputzt. Wer den Ort lange nicht besucht hat, ist überrascht von seiner Schönheit. Papenburg erlebt derzeit „das größte Ereignis der Stadtgeschichte“, wie Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) die fünfte niedersächsische Landesgartenschau nennt.

Das Motto „bunt und bliede“ soll Lust auf das Emsland machen, Touristen locken. Bliede, frei übersetzt fröhlich, sind die Macher der Schau, wenn bis Mitte Oktober mindestens eine halbe Million Besucher den Weg in den Stadtpark sowie auf das alte Gelände der Meyer-Werft gefunden haben. Papenburg will mehr sein als Geburtsstätte unzähliger Kreuzfahrtriesen der ortsansässigen Werft. Im Speckgürtel der Stadt wachsen jährlich 25 Millionen Gurken, 35 Millionen Kräuterpflanzen sowie 55 Millionen Topfblumen heran. Reichlich Stoff für einen schönen Garten. Der rund zwölf Hektar große Stadtpark ist Schwerpunkt der Schau. Ein übersichtlicher Spaziergang, der derzeit an unzähligen blühenden Tulpen vorbeiführt. Doch wer glaubt, es gehe nur um Blumen und Büsche, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Ausstellung will möglichst alle ansprechen:

Für Kinder

Gartenschau? Langweilig! Unwillig gehen die Kinder mit. Doch schon kurz hinterm Parkeingang bessert sich ihre Laune. Oma muss mit auf den abwechslungsreichen Mehrgenerationenspielplatz, nur die Seilbahn überlässt sie den Kindern. Dann geht es ins Schmetterlingshaus. Hier fliegt einiges herum, die farbenfrohen Tiere setzen sich gerne auf Orchideen und Jacken. Eine Waldreeling mit Kommandobrücke bietet vier Meter über dem Erdboden nicht nur einen ganz anderen Blick auf die Bäume, sondern auch Klettermöglichkeiten, insbesondere für ältere Kinder.

Für Pflanzenfreunde

Gut, dass die Pflanzennamen auf Schildern zu lesen sind. Auf über 10 000 Quadratmetern bepflanzter Fläche und unter 85 000 Blumen, Stauden, Sträuchern und Büschen blüht so manches Unbekannte in den neun Themengärten, von denen sich einige mit der Küstenvegetation beschäftigen. Dazu gibt es zwölf Blumenhallenschauen. Wer gut zu Fuß ist, sollte den zehnminütigen Weg vom Stadtpark am Kanal entlang zur „Alten Kesselschmiede“ einschlagen, dem ehemaligen Gelände der Meyer-Werft. Hallenschauplaner Hans-Werner Roth hat hier ein hölzernes Schiffsskelett bauen lassen, in das er die Pflanzen der zwölf, im 14-tägigen Rhythmus wechselnden, Schauen einbaut zum Beispiel Rhododendron, vom 2. bis zum 19. Mai.

Für Gläubige

Auf dem kleinen See im Stadtpark hat das Kirchenschiff angelegt, ein schwimmender Ponton, der einer großen Holzterasse ähnelt. Alle Konfessionen, darunter zwei Kirchen aus dem benachbarten Holland, feiern hier Gottesdienste unter freiem Himmel, laden zu diversen Aktivitäten ein.

Für Ruhebedürftige

Laufen strengt an. Wie gut, dass es überall Sitzgelegenheiten gibt - und was für welche! Strandkörbe, riesige Sitzsäcke und viele, aufwändig gestaltete Bänke. Die Restaurants, darunter eines mit Fischspezialitäten, sind für viele Besucher ausgelegt.

Für Rechner

Eine Tageskarte für die Schau kostet 15 Euro, Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 zahlen fünf Euro. Daneben gibt es Familien- und Dauerkarten. In die Landesgartenschau haben die EU, das Emsland, die Stadt Papenburg sowie ein Förderverein vier Millionen Euro investiert. Weitere sieben Millionen Euro sollen durch Eintrittsgelder und Sponsoren hereinkommen. Bei 500 000 Besuchern bleiben noch 1,4 Millionen Euro für die Stadt zu stemmen. Dort hofft man nun, dass mehr Gäste diese Summe noch schrumpfen lassen.

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