"The Monuments Men"

Blumenschlacht mit George Clooney: Hollywoodstar dreht in Goslar

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Foto: George Clooney im Harz: Die Dreharbeiten verlaufen bislang streng abgeschirmt von der Öffentlichkeit.

Goslar - Hollywood im Harz: George Clooney dreht dort seit Montag Szenen für seinen neuen Film „The Monuments Men“. Für die Aufnahmen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs angesiedelt sind, war in Goslar ein Teil der historischen Innenstadt abgeschirmt. Clooney selbst war offenbar in Scherzlaune, zu sehen bekamen ihn aber nur Wenige.

Unter größten Sicherheitsvorkehrungen wurde in der Breiten Straße der Einmarsch alliierter Truppen in eine belgische Kleinstadt nachgestellt. Stadtsprecher Christian Burgart sprach von einem "für Goslar historischen Tag".

Die zahlreichen Schaulustigen, die sich rund um den abgesperrten Stadtteil drängten, bekamen von Frauenschwarm Clooney - der die Hauptrolle spielt und Regie führt - allerdings nichts zu sehen. Die Sicht war durch Barrieren versperrt. Wer nicht zum Filmteam gehörte, hatte Zugangsverbot. Auch Anwohner durften die Straßenzüge nur in Begleitung von Sicherheitskräften verlassen oder betreten. Das Gebiet um den Drehort war systematisch abgesperrt.

Trotz der Abriegelung gab es für die Neugierigen aber etwas zu erleben: Die mit Schauspielern und Komparsen besetzten historischen Armeefahrzeuge drehten Runde um Runde, bis alle Szenen im Kasten waren. Dabei fuhren sie immer wieder aus dem abgeriegelten Bereich hinaus - und hinein. Als die Szene achtmal gedreht worden war, war Clooney mit dem Produkt anscheinend zufrieden und zeigte sich inScherzlaune. Vor Übermut - so schilderte es ein Laiendarsteller - soll er mit Blumen nach Schauspielern geworfen haben. Eine Geste, die manche Frauen unter den Mitspielerinnen begeistert aufgriffen hätten: Sie überhäuften Clooney - ganz zu dessen Vergnügen - mit Nelken.

Bei seiner Arbeit soll der Star überhaupt ganz entspannt gewesen sein, berichtete einer der vielen Hundert Komparsen, die als alliierte Soldaten oder belgische Zivilisten am Montag mit von der Partie waren. "Er ist aber auch ganz konzentriert bei der Sache und echt freundlich." Ein anderer Laiendarsteller schilderte begeistert, wie Clooney persönlich einem kleinen Jungen gezeigt habe, wie er zur Begrüßung der Soldaten sein Fähnchen schwingen solle.

Goslar wird zu belgischer Kleinstadt

Goslars Breite Straße war von Clooneys Filmteam in tagelanger Arbeit in eine Straße der belgischen Kleinstadt Veume verwandelt worden. Am Sonntag staunten rund 1000 Schaulustige über das Werk der Kulissenbauer. Dabei konnten sie auch zwei Durchfahrten der Militärfahrzeuge beobachten, die allerdings noch nicht gefilmt wurden.

Im März bereits hatte das Filmteam um George Clooney 2000 Statisten für die Dreharbeiten gesucht. Tausende Interessenten waren dem Aufruf zum Casting gefolgt und standen stundenlang Schlange. Sie waren jetzt als Soldaten oder belgische Zivilisten im Einsatz.

Der Film handelt von Kunstexperten, die hinter den Alliierten-Linien versuchen, von den Nazis geraubte Kunstschätze vor der Zerstörung zu bewahren. Das Drehbuch beruht unter anderem auf dem Buch "Monuments Men. Die Jagd nach Hitlers Raubkunst" von Robert M. Edsel. Darin wird die Arbeit der Gruppe von Kunsthistorikern beschrieben, die die geraubten Güter sicherstellten. Im Militärjargon hießen diese rund 350 Männer und Frauen aus 13 Ländern "Monuments Men". Mit einer Mischung aus Fingerspitzengefühl und Courage gelang es ihnen, verschleppten Schätzen auf die Spur zu kommen. So holten sie aus dem Salzbergwerk im österreichischen Altaussee Jan van Eycks "Genter Altar" und Michelangelos "Brügger Madonna", im thüringischen Bergwerk Merkers entdeckten sie mehr als 40 Tonnen geraubte Kunst. In den kommenden Wochen sollen weitere Szenen für "The Monuments Men" an anderen Orten im Harz gedreht werden.

George Clooney: Schauspieler, Oscar-Gewinner, Aktivist

George Clooney gehört zu den bestbezahlten Schauspielern der US-Filmbranche. Der 51-Jährige spielte in rund 40 Streifen mit, ist Produzent und Drehbuchautor, führte mehrfach Regie und sorgt seit Jahren auch mit seinem politischen Engagement für Schlagzeilen. In diesem Jahr bekam Clooney seinen zweiten Oscar für den von ihm mitproduzierten Film "Argo". Den ersten hatte er 2006 für seine Nebenrolle im Politthriller "Syriana" erhalten.

Bekannt wurde der smarte Typ Mitte der 90er Jahre als Doktor Doug Ross in der US-Krankenhausserie "Emergency Room". Es folgten Filme wie "From Dusk Till Dawn", der als sein Durchbruch gilt, "Good Night, and Good Luck" und schließlich die Blockbuster-Trilogie "Ocean's".

Fernab des Mainstreams engagiert sich Clooney aber auch politisch: Der Obama-Unterstützer kämpft gegen den Klimawandel und sammelte Spenden unter anderem für die Opfer des Erdbebens in Haiti und der Anschläge vom 11. September. In den letzten Jahren fuhr er mehrfach in die Krisenregion Darfur im Sudan, wo er sich für ein Ende der Gewalt einsetzte und gegen Menschenrechtsverletzungen protestierte.

dpa

Der Artikel wurde erneut aktualisiert.

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