„Ich war ein Herumtreiber“

Brad Pitt gibt tiefe Einblicke in sein Leben

+
Auch nach der Brust-Amputation glücklich: Brad Pitt und Angelina Jolie.

Los Angeles - Verlorene Jahre, verpasste Chancen – und eine Erleuchtung: Brad Pitt gibt erstmals tiefe Einblicke in sein wahres Leben als Vater und Star. Und outet sich als Mann, der gesichtsblind ist.

Hollywood gibt sich gern offenherzig, aber es ist eine wohldosierte, streng gefilterte Offenheit. Erstmals hat nun einer der größten Superstars der Gegenwart ausführliche, tiefere Einblicke in sein wahres Leben gewährt: Brad Pitt (49), Frauenschwarm, Verlobter von Angelina Jolie (37) und prototypischer „moderner Mann“, spricht in der Juni/Juli-Ausgabe des Männermagazins „Esquire“ in seltener Offenheit über sein Familienleben, seine Vergangenheit, seine Schwächen, die Seltsamkeiten des Stardaseins. Er selbst sehe sich weniger als Schauspieler, eher als „arbeitender Vater“ sagt er.

Im ersten Interview seit der Nachricht von Jolies vorsorglicher Brustentfernung gibt der sechsfache Vater zu, dass er unter Gesichtsblindheit leidet. Er vergesse selbst Gesichter von Menschen, mit denen er eine „echte Konversation“ hatte, sobald sie sich entfernten, bekennt der Star, dessen 200-Millionen-Dollar-Film „World War Z“ demnächst in die US-Kinos kommt. „So viele Leute hassen mich, weil sie denken, dass ich sie nicht respektiere“, sagte Pitt „Esquire“-Redakteur Tom Junod. Deshalb habe er sich entschieden, ein Jahr lang nachzufragen, wo er wen getroffen habe und sich für die Hilfe zu bedanken. „Doch ich machte nur noch mehr Leute stinksauer.“ Inzwischen ist der Schauspieler sich sicher, dass er unter einer Störung leidet: der Prosopagnosie. „Ich werde das testen lassen“, sagte er. Es sei schon so weit, dass er nicht mal mehr gerne ausgehe. „Ich bleibe lieber zu Hause.“ Nur: Als Person von öffentlichem Interesse funktioniert das eben nicht immer. „Man trifft so verdammt viele Leute“, sagt der als „Sexiest Man Alive“ gehandelte Star.

Brad Pitt: „Ich war ein Herumtreiber“ - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Seinem privaten Glück ist die Gesichtsblindheit allerdings nicht im Weg. Er könnte gar nicht glücklicher sein, sagt Pitt über seine Ehe mit Angelina Jolie, die er 2004 bei den Dreharbeiten zu „Mr. & Mrs. Smith“ traf. Zu dieser Zeit war der Schauspieler noch mit Kollegin Jennifer Aniston verheiratet – im Rückblick war das für ihn eine verhängnisvolle Zeit: „Für eine lange Zeit richtete ich viele Schäden an – Drogenschäden. Ich war ein Herumtreiber.“ Er sei ein Junge gewesen, der in einer Art Vakuum aufwuchs und nach Dingen suchte, die ihn inspirierten. Dabei habe er „Jahre verschwendet und Gelegenheiten verschenkt“. Vor etwa einem Jahrzehnt kam dann der Wandel: „Es war eine Erleuchtung – eine Entscheidung, meine Möglichkeiten nicht zu vergeuden“, sagt er.

Sein Lebenselixier ist jetzt die Familie. „Ich habe immer gedacht, wenn ich eine Familie gründe, dann will ich es groß machen“, sagt Pitt. „Ich wollte, dass Chaos im Haus ist, dass es konstantes Geschnatter gibt, ob das nun Kichern oder Schreien oder Weinen oder Poltern ist.“ Eine Hotelübernachtung sei für eine Nacht völlig in Ordnung, etwa um ein Skript zu lesen. „Aber schon am nächsten Tag vermisse ich diese Kakophonie, dieses ganze Leben“, bekennt er.

Ungebrochen ist die Liebe zu Jolie. Nach ihrer Brustamputation spekulierten Promiportale bereits über eine baldige Hochzeit des seit einem Jahr verlobten Paares. Frank Pollaro, ein Freund, mit dem Brad Pitt ein Möbelgeschäft besitzt, berichtet, der Schauspieler vermeide es, Sexszenen mit anderen Frauen zu drehen, seit der Angelina kenne. „Er ist verrückt nach ihr.“

1710692

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare