Kreis Schaumburg

Brandserie versetzt Stadthagen in Angst

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„Wir gehen davon aus, dass ein Teil der Brände auf das Konto eines Täters geht“: Acht Feuer innerhalb eines Monats haben die Retter in Stadthagen in Atem gehalten.

Stadthagen - Eine Brandserie beunruhigt die Bewohner in Kreis Schaumburg. Achtmal hat es in den vergangenen vier Wochen in Stadthagen und Umgebung gebrannt, und noch immer hat die Polizei keine Hinweise auf die Brandstifter.

Besonders in dieser Woche häufen sich die Feuer: Am Montag brannte mitten in einem Wohngebiet eine Scheune, die traditionell während des Stadthäger Schützenfestes als sogenanntes Rottlokal von Jungschützen genutzt wird. Nicht einmal 30 Stunden später brannte es in Stadthagen erneut zweimal. Am Dienstagmorgen rückte die Feuerwehr zu einem Schwelbrand in einem Stall aus. Zehn Stunden später wurde sie zu einem Schrebergarten in der Innenstadt gerufen. Eine Laube stand komplett in Flammen - unweit eines Tatortes einer Brandserie von 2012 und auf einem Gelände, auf dem ebenfalls Schützen alljährlich ihr Festzelt aufschlagen.

Kurz nach 17 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle ein. Eine Fußgängerin hatte Flammen aus der Laube schlagen sehen. Die Ortsfeuerwehr Stadthagen rückte mit etwa 50 Einsatzkräften und neun Fahrzeugen aus.

Die Rauchsäule war von Weitem zu sehen. Die Laube aus Holz hatte den Flammen guten Nährboden geboten. Als die Helfer eintrafen, standen bereits zahlreiche Bürger auf dem Wall und beobachteten das Geschehen - ungläubig, dass es an diesem Tag bereits zum zweiten Mal im Stadtgebiet brennt.

Nach einer guten Stunde war das Feuer unter Kontrolle. Die Laube war nicht mehr zu retten. Pächter und Nachbarn im Schrebergarten standen vor der Aufgabe, dem 84-jährigen Besitzer die Nachricht zu überbringen, dass soeben seine Laube abgebrannt war.

Vor genau einem Monat hat es mit den Bränden in Stadthagen begonnen. Seitdem verzeichnen Polizei und Feuerwehr acht ungeklärte Brände. Das Wort Brandserie wollte Polizeisprecher Axel Bergmann zwar nicht in den Mund nehmen, dennoch sagte er: „Wir gehen davon aus, dass ein Teil der Brände auf das Konto eines Täters geht.“

Die neu gegründete sechsköpfige Ermittlungsgruppe spezialisiert sich nun auf die mittlerweile acht Feuer in und um Stadthagen. Dabei wird nach Angaben Bergmanns auch die ungeklärte Brandserie 2012 einbezogen. Damals hatte ein Unbekannter 16 Feuer in Stadthagen gelegt. Der damals mutmaßliche Täter wurde Ende August in allen Fällen freigesprochen. Fasst man die Feuer der beiden Jahre zusammen, beschäftigen derzeit 24 ungeklärte Brände die Beamten des Polizeikommissariats.

Bergmann betonte, dass die Polizei derzeit keinen Verdächtigen hat. Dennoch werde in nächster Zeit die Streifentätigkeit im Innenstadtbereich erhöht. Auf Anregung der Feuerwehr wird ein weiteres Mittel eingesetzt: Nachdem die Feuerwehrleute seit Jahren über ihre Funkmeldeempfänger von Einsätzen unterrichtet werden, soll in Zukunft wieder die Sirene heulen. Dadurch versprechen sich Feuerwehr und Polizei, dass umgehend eine breite Öffentlichkeit über den Einsatz informiert ist. Bergmann sagt: „Vielleicht schaut jemand sofort aus dem Fenster und beobachtet den Täter auf der Flucht.“

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