Feuer in Delmenhorst

Brandstifter erhalten Bewährungsstrafen

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50 Wohnungen waren nach dem Großbrand vorübergehend unbewohnbar.

- Bei dem Feuer verloren viele Familien alles, was sie besaßen. Pfingsten 2011 gingen mehrere Mehrfamilienhäuser in Delmenhorst in Flammen auf. Die beiden Brandstifter erhielten am Montag eine Bewährungsstrafe.

Delmenhorst. Das Feuer wütete erbarmungslos in den Häusern, 50 Familien verloren ihre Wohnung: Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Feuer in mehreren Mehrfamilienhäusern in Delmenhorst sind die beiden Brandstifter vor dem Amtsgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Der Richter sah es am Montag als erwiesen an, dass die zur Tatzeit 18 und 24 Jahre alten Angeklagten zwei Papiertonnen auf dem Gelände des Wohnkomplexes angezündet hatten. Die Flammen sprangen auf die Häuser über. 50 Wohnungen wurden zerstört oder beschädigt. Es entstand ein Millionenschaden.

Die jungen Männer hatten die Tat vor Gericht gestanden. Nach Ansicht des Richters hätten sie vorhersehen müssen, dass das Feuer außer Kontrolle geraten würde, sagte ein Gerichtssprecher. Wegen schwerer fahrlässiger Brandstiftung bekamen sie jeweils ein Jahr und sechs Monate zur Bewährung.

Bei dem jüngeren Angeklagten handelt es sich um eine Jugendstrafe. Ihm wird ein Betreuer zur Seite gestellt. Der ältere Angeklagte macht zurzeit eine Therapie wegen seiner Alkohol- und Drogensucht. Bewährungsauflage ist, dass er diese fortsetzt.

Das Feuer war in der Nacht zum Pfingstsamstag 2011 in der Wohnanlage in Delmenhorst bei Bremen ausgebrochen. Rund 170 Feuerwehrleute kämpften bis zum Morgen gegen die Flammen. Ein Kind kam mit einem Bruch in ein Krankenhaus. Die mehr als 200 Bewohner mussten zunächst in Zelten, Hotels oder bei Angehörigen unterkommen. 25 Wohnungen brannten aus, 25 waren wegen des Löschwassers beschädigt. Bürger aus Delmenhorst und der ganzen Umgebung spendeten Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte und Geld für die Betroffenen. dpa

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