Schenkelbrand für Pferde

Brandzeichen wird nicht verboten

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Foto: CDU und FDP nehmen Abstand vom Verbot des umstrittenen Schenkelbrandes.

Hannover - Die umstrittenen Brandzeichen für Pferde bleiben vorerst erlaubt. Die Regierungskoalition in Berlin will die Methode doch nicht verbieten. Niedersächsische Pferdezüchter begrüßen den Sinneswandel.

Eigentlich wollte Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) das Setzen von Brandzeichen bei Pferden verbieten. Doch Aigners Gesetzentwurf zum Verbot des sogenannten Schenkelbrandes, von Tierschützern eingefordert, von Pferdezüchtern bekämpft, kommt nicht zum Zuge. Fachpolitiker der Berliner Regierungskoalition lehnen nach Medienberichten Aigners Plan ab.

Die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christel Happach-Kasan, erklärt: „Ein Verbot ist vom Tisch.“ Der Berichterstatter der Union für das neue Tierschutzgesetz, Dieter Stier (CDU), sagte, neben den Fachpolitikern sei auch die überwiegende Zahl der Unionsabgeordneten dagegen. „Deshalb werden wir entsprechende Änderungen am Regierungsentwurf vornehmen.“

Im hannoverschen Landwirtschaftsministerium begrüßte man die Wendung. Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann (CDU) sagte der HAZ: „Wir halten es für richtig, den Schenkelbrand unter Schmerzausschaltung und mit einer Schmerznachbehandlung zunächst beizubehalten.“ Anschließend müsse geprüft werden, ob die tierschutzrechtlichen Bedenken dauerhaft ausgeräumt werden könnten und der Schenkelbrand „dauerhaft erhalten“ werden könne.

Manfred Schaefer vom Verband der Hannoveraner, der 14 000 Züchter in Niedersachsen vertritt, findet es „super“, dass der Schenkelbrand aller Voraussicht nach erhalten bleibt. Der Verband habe massiv dafür gestritten, weil die Kennzeichnung der Pferde mit injizierten Chips „den Tieren viel mehr Stress“ gemacht habe. „Da gab es Entzündungen, verrutschte Chips und Probleme, die wir mit dem Brandzeichen nie hatten.“ Anfang November soll sich der Bundestag mit dem veränderten Gesetzentwurf befassen.

mbb/lni

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